Moldawien: Pro-Russland-Kandidat klar vorne

In der Ex-Sowjetrepublik Moldawien zeichnet sich ein aussenpolitischer Kurswechsel ab: Sieger der ersten Runde der Präsidentschaftswahl ist Igor Dodon, der die Hinwendung seines Landes an die EU aufgeben und Moldawien wieder enger an Russland binden will.

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Moldawien zwischen Ost und West

2:45 min, aus Tagesschau vom 31.10.2016

Über die richtungweisende Präsidentenwahl in der Ex-Sowjetrepublik Moldawien muss nach vorläufigen Ergebnissen eine Stichwahl entscheiden. Der prorussische Kandidat Igor Dodon führte nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen deutlich mit mehr als 48 Prozent, wie die Wahlkommission in der Hauptstadt Chisinau mitteilte.

Die prowestliche Konkurrentin Maia Sandu kam demnach auf rund 38 Prozent. Die Beteiligung lag bei knapp 49 Prozent der fast 3 Millionen Stimmberechtigten. Der zweite Wahlgang solle am 13. November stattfinden, hiess es aus Kreisen der Wahlleitung.

Dodon will Russland als Partner

Sollte sich bei der Stichwahl der Sozialist Dodon durchsetzen, steht Moldawien, dem Nachbarland des EU-Mitglieds Rumänien, ein Kurswechsel bevor. Dodon strebt eine Partnerschaft mit Russland an. Seine Anhänger fordern seit Monaten eine Auflösung des Parlaments.

Sandu und die Regierung wollen den verarmten Agrarstaat mit 3,5 Millionen Einwohnern indes in westliche Strukturen einbinden. Die EU und Moldawien hatten 2014 ein Assoziierungsabkommen unterzeichnet.