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International Molenbeek kennt seine Einwohner nicht

Den dritten Tag in Folge herrscht in Brüssel Ausnahmezustand. Belgiens Hauptstadt hat offensichtlich ein Sicherheitsproblem. Ein Grund: Die Behörden der Problemgemeinde Molenbeek wissen nicht, wer in ihrem Stadtteil lebt. Denn ein umfassendes Einwohnerregister fehlt.

Vier Polizisten durchkämmen eine Strasse in Molenbeek, Grafitti links an der Wand.
Legende: Ein Problem bei Razzien: Die Behörden wissen nicht genau, wer an welcher Adresse wohnt. Reuters

Die belgische Regierung werde in Molenbeek aufräumen und für Ruhe und Ordnung sorgen. Das hat der belgische Innenminister Jan Jambon bereits unmittelbar nach den Pariser Anschlägen gesagt, als klar war, dass die Spuren nach Molenbeek führten. Am Wochenende fügte er gegenüber Journalisten hinzu, dass die Gemeinde Molenbeek über kein umfassendes Personenregister verfüge.

Man wisse nicht, wer alles dort lebe. Das sei ein Sicherheitsproblem, so Jambon. Deshalb werde die Regierung nun mit der Gemeinde alle Menschen registrieren. Diese Aussagen haben in Belgien für einige Aufregung gesorgt.

Auch Markus Wunderle von Crisp, einem Zentrum für soziale und politische Studien, hat dies mitbekommen. Er geht sogar davon aus, dass auch andere Brüsseler Gemeinden keine vollständigen Personenregister haben.

Freiheit, sich zum Anmelden Zeit zu lassen

Wunderle hat mehrere Erklärungsansätze dafür: Erstens hätten die Menschen, die in Brüssel lebten, eine gewisse Freiheit. Wenn sie von einer Gemeinde in eine andere ziehen, müssen sie sich erst nach einer gewissen Zeit anmelden. Der belgische Staat sei hier sehr grosszügig, aber so gebe es natürlich immer Personen, die während einer gewissen Zeit nirgends registriert seien.

Als wichtigsten Grund nennt Wunderle aber die kleinräumige politische Struktur Belgiens und der Hauptstadt. Die Grossregion Brüssel ist in 19 Gemeinden unterteilt, die politisch voneinander unabhängig sind. Weil diese meist relativ kleine Verwaltungen seien, würden sie die Personen, die auf ihrem Gebiet lebten, nicht allzu oft kontrollieren. In der Problemgemeinde Molenbeek soll sich das nun ändern.

Daneben läuft in Belgien auch die Diskussion, dass Gemeinden oder Polizeikorps fusionieren sollten. Aktuell gibt es in Brüssel verschiedene Polizeikorps, die bei grossen Aktionen zusammenarbeiten müssen. Da stellt sich immer wieder die Frage, ob eine einzige Polizei für die Grossregion Brüssel nicht besser wäre.

21 Kommentare

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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    Beat Feurer, Gemeinderat (Exekutive) in Biel ist kein mieser Kerl. Aber alle sind wohl mitunter einem Gruppendruck oder anderen Zwängen ausgesetzt, die sie zwar mitunter selbst produzieren, aber auf der anderen Seite auch nicht immer so gut aushalten. Plötzlich steht man quasi sich selbst gegenüber, ist mir auch schon passiert. Ist nicht unbedingt witzig. http://www.srf.ch/sendungen/reporter/beat-feurer-bleibt
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  • Kommentar von R. Kiener (Eidgenosse)
    Die Wahrheit ist : Die einzigen die noch richtig registriert worden sind, sind wir von Grund auf hier geborenen CH - Bürger ! Heute : Die Übersicht ist schon lange verloren, wer mit wem und wie seit wann hier ist ! Rot - Grüne - Gut - Mensch Politiker in Verantwortungsvollen Posten und Gemeinden sei DANK !!!
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    1. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      Gibt es eigentlich die Partei der "Eidgenossen" noch in Biel? Hab schon lange nichts mehr von denen gehört nach manchen Streitereien. Dann gab es auch noch die Auto-Partei. Die Büezer-Partei. Man hätte schier einen sturmen Kopf kriegen können zu all den ständigen Parteigründungen da.
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    2. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      Kürzlich habe ich den Beat Feurer über den Bieler Zentralplatz gehen sehen. Muss sagen, fand ich ziemlich cool. Islamisten und andere Ewiggestrige werden sich hoffentlich an der Bieler Regierung noch die "Birne" anschlagen. http://www.srf.ch/sendungen/reporter/beat-feurer-bleibt
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  • Kommentar von A. Moser (AM)
    Wir sprechen hier nicht einfach von einer europäichen Stadt - nein, von Brüssel, dem Hauptsitz der Europäischen Union und dem Sitz der NATO, sowie des ständigen Sekretariats der Benelux-Länder und von EUROCONTROL! Und dieses Brüssel kennt seine Einwohner nicht? Hmmm... irgendwie bedenklich!
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    1. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      Und mit wem sprechen Sie denn genau hier, obwohl Sie schreiben? Ich höre jedenfalls nichts.
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