Moskau drängt Syrien an den Verhandlungstisch

Russland erhöht den Druck im Syrienkonflikt – offenbar mit Erfolg. Nach langem Zögern will das Regime in Damaskus nun offenbar an der Syrienkonferenz teilnehmen. Nun ist die Opposition am Zug.

Der Kremlpalast in Moskau.

Bildlegende: Der Druck aus Moskau zeigt in Damaskus Wirkung. Syrien will an den Verhandlungen in Genf teilnehmen. Keystone

Im diplomatischen Ringen um eine Lösung für den Syrienkonflikt drängt Russland das Regime von Baschar al-Assad an den Verhandlungstisch.

Damaskus habe die prinzipielle Bereitschaft» übermittelt, Vertreter zu der geplanten internationalen Friedenskonferenz nach Genf zu schicken, hiess es aus dem Kreml. Ob Assad persönlich im Juni nach Genf reist, ist noch unklar.

Offen ist, ob die Opposition teilnehmen wird. An einer Versammlung in Istanbul soll am Samstag entschieden werden, wer nach Genf reisen wird. Gespräche mit Assad schlossen die Regimegegner bislang aus.

Einsatz von Chemiewaffen

Das Oppositionsbündnis warf dem Regime vielmehr erneut den Einsatz chemischer Waffen vor und kritisierte die «Untätigkeit» der internationalen Gemeinschaft.  Nach Angaben der Nationalen Koalition erlitten vier Menschen in Adra, im Umland von Damaskus, tödliche Verletzungen durch den Einsatz giftiger Gase. 50 weitere hätten mit Atemnot und heftigen allergischen Ausbrüchen reagiert.

In der Europäischen Union, deren Sanktionen gegen Syrien Ende Mai auslaufen, herrscht weiterhin Unstimmigkeit über das künftige Vorgehen. Grossbritannien und Frankreich wollen die Opposition mit Waffen unterstützen. Eine breite Mehrheit der EU ist aber gegen Waffenlieferungen an die  Aufständischen.