Moskau macht Jagd auf Illegale

Mit einer beispiellosen Verhaftungswelle greift die russische Polizei gegen illegale Arbeitsmigranten durch. Die Razzien haben nach Ansicht von Experten auch politische Gründe.

Kompromisslos geht die russische Polizei seit Wochen gegen Männer und Frauen vor, die sich ohne die nötigen Dokumente im Land aufhalten. Sie werden als «Illegale» abgeschoben oder landen in Zeltlagern am Rande der Millionenmetropole Moskau.

Soldat im Vordergrund. Im Hintergrund asiatische Migranten und Zelte.

Bildlegende: Die illegalen Arbeiter müssen in Zeltstädten campieren und warten hier auf ihre Ausweisung. Keystone

Die Billigarbeiter, die meist ohne Krankenversicherung für wenige Hundert Franken im Monat Strassen fegen und Wolkenkratzer der Glitzermetropole Moskau hochziehen, hausen üblicherweise in überfüllten Wohnungen oder Containern. Nach Angaben der Migrationsbehörde arbeiten derzeit rund 1,8 Millionen Ausländer legal im Land. Weitere 3,5 Millionen halten sich illegal in Russland auf.

In der Hauptstadt hat das harte Durchgreifen nach Ansicht von Experten auch handfeste politische Gründe. In knapp vier Wochen findet in Russlands Machtzentrum die Bürgermeisterwahl statt. Da macht es sich für den kremltreuen Amtsinhaber Sergej Sobjanin scheinbar gut, wenn mit harter Hand für Gesetz und Ordnung gesorgt wird.