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International Moskau schickt Hilfskonvoi in die Ostukraine

Die Situation im Osten der Ukraine wird im Chaos immer dramatischer. Tausende sind auf der Flucht, Wasser und Lebensmittel für die Verbliebenen werden knapp. Hilfe naht nun vom Roten Kreuz. Ein erster russischer Hilfskonvoi hat sich bereits auf den Weg in die Ostukraine gemacht.

Eine Frau verlässt mit Taschen und einem Vogelkäfig ein zerstörtes Wohnhaus.
Legende: Die Zivilbevölkerung leider immer stärker unter den Kämpfen im Osten der Ukraine. Reuters

Der Weg für eine internationale Hilfsmission für die Bevölkerung im umkämpften Osten der Ukraine ist frei. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko stimmte einem solchen Einsatz nach einem Telefonat mit US-Präsident Barack Obama zu.

Vor allem in den umkämpften Städten Lugansk und Donezk wird die Lage immer prekärer. Wasser und Lebensmittel sind knapp. Hilfe ist dringend nötig.

Erster Konvoi offenbar unterwegs

Wie die Nachrichtenagentur Itar Tass meldete, ist bereits ein russischer Hilfskonvoi am Dienstagmorgen in die Ostukraine aufgebrochen. 280 Lastwagen mit Medikamenten, Nahrungsmitteln und Schlafsäcken sind in der Nähe der russischen Hauptstadt Moskau gestartet.

Es handele sich insgesamt um 2000 Tonnen Hilfsgüter, die Bürger in Moskau und im Umland gesammelt hätten, berichtete das Staatsfernsehen. Kiew vermeldete aber bereits das es den Konvoi nicht über die Grenze lassen will. Es erachte nur einen Hilfseinsatz unter dem Dach des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) für zulässig.

Hilfe soll von allen Seiten kommen

An der Mission unter Leitung des IKRK sollen sich demnach Russland, die EU, Deutschland und andere Partner beteiligen, wie die Präsidialverwaltung in Kiew mitteilte. Es gehe um einen Einsatz für die besonders von den blutigen Kämpfen betroffene Region Lugansk.

IKRK ist bereit, die Federführung bei der geplanten Hilfsaktion zu übernehmen. Nach Absprache mit russischen und ukrainischen Behörden könne das Rote Kreuz den Menschen in der umkämpften Region bald Hilfe leisten, teilte die Organisation am Abend in Genf mit. Vereinbart wurde demnach mit den Konfliktparteien, dass das IKRK seinen Grundsätzen entsprechend unabhängig und unparteiisch helfe.

Misstrauen gegen Hilfslieferungen aus Russland

Russland hatte immer wieder eine solche Hilfsmission gefordert und dem Westen Zögerlichkeit sowie «Blindheit» für die Notlage der Menschen vorgeworfen. Hilfslieferungen müssen allerdings in Absprache mit dem IKRK koordiniert werden, hiess es von mehreren Seiten.

Die ukrainische Führung hatte dagegen mehrfach die Befürchtung geäussert, Russland könnte unter dem Deckmantel eines Hilfskonvois Soldaten und Waffen über die Grenze schaffen. Auch Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hatte solche Bedenken geäussert.

Es war die erste Bestätigung von ukrainischer Seite, dass die umstrittene Hilfsmission nun zustande kommt. Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin die EU-Kommission über die Teilnahme Russlands an der Mission informiert. Barroso warnte Putin nach Angaben der EU-Kommission vor «einseitigen militärischen Aktionen, unter egal welchem Vorwand, inklusive humanitärer Einsätze».

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111 Kommentare

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  • Kommentar von Astrid Rafeek Hollenstein, 3075 Rüfenacht
    Guten Abend geschätzte Damen und Herren News Team Ihre Newspräsentationen am TV lasse ich mir kaum je entgehen und bin Ihnen allen dankbar fürs neutrale und (hoffentlich faire und damit friedensfördernde) Recherchieren. - Ich staune jedoch, wie stets ueber "Putin" berichtet wird, andererseits über "Präsident Obama". - Schade ich empfinde es als respektlos, wer auch immer so angesprochen wird. Vladimir Putin z.B., schon besser. Weiterhin gute Motivation and "best performance". Astrid Rafeek
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  • Kommentar von B. Küng, Biel
    Gewisse Kommentatoren sind in ihrem Hass gegen die EU, die USA und den Westen im allgemeinen so verblendet, dass sie nicht davor zurückschrecken, Putin die Stiefel zu lecken und hier die abstrusesten Verschwörungstheorien zum Besten zu geben. Abscheulich!
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    1. Antwort von N.Belg, Luzern
      Und sie mit dem Hass an Putin besser?
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    2. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Es sollte nicht um Emotionen gehen, sondern um die Suche nach der Wahrheit. Und dies hat ohne Tabu zu geschehen, ohne Scheuklappen für die noch so kriminellen Machenschaften welcher Seite auch immer. Zu welchen abgrundtief kriminellen Machenschaften auch westliche Strategen im Stande sind, hat die Geschichte zur genüge gezeigt. Diese Machenschaften gilt es ans Licht zu zerren, dann hören sie auf, dann verlieren diese ihre Wirkung und Macht.
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    3. Antwort von Martin Lopez, Zürich
      Das Wort Verschwörungstheorie ist eine bewusste Kreation, welche die Menschen daran hindern soll weiter zu denken oder einer Erklärung nachzugehen – eine Denkabkürzung. Wie viele Sachen wurden in der Vergangenheit als Verschwörungstheorie belächelt und zum Schluss hat es sich dann als Realität heraus gestellt? Bilderberg-Gruppe, NSA-Spionage, Gladio-Anschläge um sie den Linken in die Schuhe zu schieben, Iran-Contra, CIA Drogenaffäre, MK Ultra, Watergate, Brutkasten-Lüge, Golf von Tonkin....
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  • Kommentar von Devin Mark, Zürich
    eil2 @Felix Buchmann Wissen Sie, dass Irak, Libyen, Iran, Syrien, Venezuela und viele andere Länder Zentralbanken haben respektive hatten, die wirklich unabhängig sind-waren, aber nicht von der eigenen Regierung,sondern unabhängig von dem IWF, Goldman Sachs und Co, der parasitischen zinsbasierten globalen Bankenelite? Wissen Sie, dass alle den $ als Leitwährung absetzen und stattdessen den Euro oder die eigene Währung für ihren Handel benutzen wollen-wollten?
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    1. Antwort von Martin Lopez, Zürich
      Herr Mark, sie sprechen hier einen ganz enorm wichtigen Punkt an. Gemäss der Universität Princeton ist die USA eine Oligarchie. Die Konzerne benutzen die USA um die Welt zu plündern. Zentralbanken als solches sind das Vehikel dazu und darum will man Staaten welche ausscheren unter Kontrolle bringen. Das war auch bei Milosevic der Fall. Das Problem im Finanzsystem ist nicht der Zins, sondern Keynes, Zentralbanken und ungedeckte Währung. Da gehen unsere Meinungen aber wahrscheinlich auseinander ;)
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