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International Moskau streitet um Twitterverbot

Erst droht ein ranghoher Beamter mit der Schliessung sozialer Netzwerke, dann rudert er zurück. Regierungschef Dmitri Medwedew reagiert mit deftigen Worten. Der Beamte krebst zurück.

Eine Hand hält ein Smartphone mit Twitter-Logo im Display, im Hintergrund ist verschwommen Twitter zu lesen
Legende: Innerhalb «weniger Minuten» könne man Twitter oder Facebook blockieren, sagte ein ranghoher Moskauer Beamter. Keystone

Der Vizechef der Kommunikationsaufsichtsbehörde Roskomnadsor, Maxim Ksensow, hat dem Kurznachrichtendienst Twitter und anderen sozialen Netzwerken bei Missachtung von Gesetzen mit einer Sperre gedroht. «Wir können schon morgen innerhalb weniger Minuten Twitter oder Facebook in Russland blockieren».

Die Staatsführung warnte aber vor Panikmache, dass Dienste gesperrt werden könnten. Regierungschef Dmitri Medwedew kritisierte: Die Beamten sollten «manchmal ihren Grips anschalten», bevor sie Aussagen zur Schliessung von Webseiten machten. Zahlreiche regierungskritische Seiten sind allerdings in Russland bereits verboten.

Eine «Warnung» an Twitter

Ksensow fügte anschliessend hinzu, dass niemand die Nutzung populärer Seiten verbieten wolle. «Sagen lässt sich aber, dass die Administration von Twitter nicht nur einmal unsere Forderungen ignoriert hat.» Deshalb seien die Worte über eine mögliche Blockierung des Dienstes «eher eine Warnung» gewesen.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Schmidlin, Riehen
    Meinungs- und Pressefreiheit in Russland? Russland belegt Platz 148! Finnland Platz 1 Niederlande Platz 2 Norwegen Platz 3 Schweiz Platz 15 (Liste 2014) „Die Rangliste der Pressefreiheit (englisch Press Freedom Index) ist eine Bewertung der Pressefreiheit in fast allen Staaten der Welt und wird von der Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen auf der Grundlage von Fragebögen erstellt“(Wikipedia). Twitter wird u.a. auch von Reportern, Redaktionen usw. genutzt. Nicht nur zu Werbezwecken.
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  • Kommentar von kari huber, surin
    Mit solchen Massnahmen tötet man die Initiative und den enormen Leistungswillen der jungen Moskauer und Leningrader. Ich kenne viele von ihnen seit Jahren und bin bestürzt, was aus den meisten von ihnen geworden ist. Von den Leuten in Restrussland braucht man nicht zu sprechen; die haben sowieso keine Zukunft. Das ist es, was ich in Russland und später aus Russland vom segensreichen Wirken Putins erfahren habe.
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Wozu braucht man im Zeitalter von Terabytes noch einen Kurznachrichtendienst mit 150 Zeichen? Wenn's die NSA interessiert, soll sie sich immerhin durch 150'000 Zeichen durcharbeiten müssen... :D
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