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International Münchner Anschlagsverdacht aus Neujahrsnacht nicht konkretisiert

Die Terrorwarnung für den Münchner Hauptbahnhof lässt Fragen offen. Die Hinweise bezogen sich auf namentlich bekannte Verdächtige aus dem Einflussgebiet der Terrormiliz Islamischer Staat. Doch gibt es die Personen wirklich?

Legende: Video München nach der Terrorwarnung abspielen. Laufzeit 1:23 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 01.01.2016.

Nach dem Münchner Terroralarm fahndet die Polizei nach Verdächtigen aus Syrien und dem Irak. Auf Warnungen befreundeter Geheimdienste hin hatten die Behörden am späten Silvesterabend mit schwer bewaffneten Einsatzkräften den Hauptbahnhof sowie den Bahnhof im Stadtteil Pasing evakuiert.

Es bestand der Verdacht, dass Anhänger des IS gegen Mitternacht Doppel-Anschläge wie in Paris verüben wollten. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gab am Freitagnachmittag Entwarnung. Es bestehe keine ganz konkrete Anschlagsgefahr mehr, sagte der CSU-Politiker.

Konkrete Hinweise zwangen zum Handeln

Die Hinweise auf möglicherweise bevorstehende Attentate seien sehr konkret gewesen und man habe sehr kurzfristig entscheiden müssen, betonte Innenminister Herrmann. «Die Lage hat sich wieder etwas entspannt, nachdem heute Nacht Gott sei Dank kein Anschlag verübt wurde.»

Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä sagte am Freitagmorgen, man wisse bislang noch nicht, ob es die als Verdächtige genannten fünf bis sieben Personen auch wirklich gebe. Die Ermittlungen liefen noch. Von etwa der Hälfte der erwähnten Verdächtigen seien der Polizei Personalien übermittelt worden.

Hinweise aus Irak, den USA und Frankreich

Ein erster Hinweis auf Anschlagspläne gegen die beiden Bahnhöfe hatte die Behörden nach Informationen von deutschen Medien spätestens am 23. Dezember erreicht. Er wurde aber zunächst für unwahrscheinlich gehalten. Die Informationen verdichteten sich dann aber, und der Bundesnachrichtendienst konnte einen Hinweisgeber im Irak selbst befragen.

Ein weiterer Hinweis kam vor ein paar Tagen aus den USA. Den Sicherheitsbehörden lagen aus dem Geheimdienstbereich auch detaillierte Informationen zu Namen, Orten und einem möglichen Tatablauf vor. Der entscheidende Hinweis kam laut Innenminister Herrmann gegen 19.40 Uhr vom Bundeskriminalamt – nachdem dieses vom französischen Nachrichtendienst die «dringende Warnung» erhalten hatte.

Hinweise auf Attentat wie in Paris

Es habe eine konkrete Uhrzeit, einen konkreten Ort und eine klare Benennung von Tätern aus dem Bereich des sogenannten Islamischen Staates (IS) gegeben. «Das Bundeskriminalamt und die bayerische Polizei waren übereinstimmend der Auffassung, dass das nicht einfach ignoriert werden kann», betonte Herrmann.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen gab es Hinweise auf ein Anschlagsszenario wie Mitte November in der französischen Hauptstadt. Dort hatten Attentäter mit Maschinenpistolen und Sprengstoff an verschienenen Orten zugeschlagen und insgesamt 130 Menschen getötet.

Polizisten am Münchner Hauptbahnhof
Legende: Nach der Terrorwarnung in der Silvesternacht hat sich die Lage in München wieder entspannt Reuters

Rückendeckung vom Bundesinnenminister

Bundesinnenminister Thomas de Maizière rechtfertigte die Anti-Terror-Massnahmen in München. «Die bayerischen Behörden haben mit Unterstützung der Bundespolizei umsichtig, besonnen und entschlossen gehandelt», erklärte der CDU-Politiker. Laut Bayerischem Rundfunk sollen sich die Verdächtigen in München zu Silvester aufgehalten haben. Geplant war demnach, dass sich die Männer zu zweit an die Anschlagsorte begeben, um sich kurz hintereinander in die Luft zu sprengen. Polizeipräsident Andrä sagte, er habe dazu keine Erkenntnisse.

Laut «Süddeutscher Zeitung» gab es auch Durchsuchungsbeschlüsse, die allerdings nicht vollzogen wurden, weil das Szenario zunächst als zu unwahrscheinlich galt. Auch waren demnach die angeblichen Täter, die in einem Innenstadt-Hotel untergekommen sein sollten, nicht auffindbar. Laut ZDF ergab ein Abgleich der übermittelten Namen mit Anti-Terror-Datenbanken keine Treffer.

Terrorwarnung mitten in Feierlichkeiten

Am Silvesterabend hatte die Münchner Polizei um 22.40 Uhr via Twitter gewarnt, den Hauptbahnhof und den Bahnhof im westlichen Stadtteil Pasing zu meiden. Zudem empfahl sie, einen Bogen um grössere Menschenmassen gerade im Innenstadtbereich zu machen. Zwischen 3.30 und 4.00 Uhr gab die Polizei die Bahnhöfe wieder frei. Der Bahnverkehr konnte planmässig fahren.

Viele Münchner liessen sich die Silvesterlaune auch so nicht verderben. Sie feierten, liessen Raketen steigen und zündeten Böller. Vielerorts trübte eher der Regen die Stimmung.

Mehr Kooperation

Mehr Kooperation
Legende: Keystone

Nach dem Terror-Alarm in der Silvesternacht in München fordert Bundesinnenminister Thomas de Mazière politische Konsequenzen. In Zukunft werde es intensiver darauf ankommen, mit den Sicherheitsbehörden anderer Staaten eng zusammenzuarbeiten und Informationen auszutauschen. Dies sagte er gegenüber der Bild-Zeitung.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Nun ist es offenbar bekannt: Die Terrorwarnung war eine Fehlmeldung, eine Fehleinschätzung der Geheimdienste. Ich frage mich, ob das Volk mit solchen Aktionen nicht gezielt verängstigt werden soll, um neuen, restriktive Gesetzt problemlos durchzupauken? Ich erinnere nur an 9/11, denn die USA ist seither zur Festung geworden, ohne dass eine Wirkung erzielt werden konnte.
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  • Kommentar von Mark Stalden (Mark)
    "Es bestand der Verdacht,Möglicherweise" Gesicherte Beweise ist was anderes.Der eine sagt "man wisse bislang noch nicht, ob es die als Verdächtige genannten fünf bis sieben Personen auch wirklich gebe" Der andere sagt "detaillierte Informationen zu Namen, Orten und einem möglichen Tatablauf" Alles sehr Wage was soll man da Glauben? Angstmacherei oder Ernsthafte Bedrohung? Verhindert wurde Madrid,Paris und London durch solche Polizei präsenz nicht das ist Fakt.
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  • Kommentar von c jaschko (politically correct player)
    Für 2016 ich wünsche mir dass alle Menschen dieser Welt die Habgier als eine Krankheit erkennen damit sie dann auch entsprechend geheilt werden kann diese Seuche welche die Ursache allen Übels ist :-) Danach alles wird gut, Die Sicherheit aller Menschen auf dieser Erde wird garantiert und von natürlicher Natur :-) Der Zug den wir fahren wird entgleist in den vielen Kurven der Strecke entlang die wir uns ausgesucht haben :-) Wir müssen Gleichheiten schaffen dann wird alles friedlicher werden :-)
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    1. Antwort von Jonathan Nagel (J.Nagel)
      Ihren Kommentar verstehe ich nicht ganz... Auch wenn ich ihre Wünsche durchaus verstehe. Was aber haben diese ":-)" zu bedeuten?
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