Muslimbrüder ändern ihre Taktik

Dezentral und spontan sollen die Proteste gegen die neue Führung Ägyptens organisiert sein. So wollen es die Muslimbrüder.

Mursi-Anhänger gehen für ihren gestürzten Präsidenten auf die Strasse.

Bildlegende: Die Muslimbrüder wollen die Kampagne gegen den Militärputsch fortsetzen. Keystone

In den vergangenen Tagen kam es bei Protestaktionen der «Allianz gegen den Putsch» zu zahlreichen Festnahmen. Jüngst konnten Polizisten auch den Chef der Muslimbrüder, Mohammed Badie, sowie zwei weitere ranghohe Mitglieder verhaften. Jetzt reagiert die Bewegung. Ihre Anhänger sollen Proteste ab sofort spontan und dezentral organisieren.

Die Islamisten waren bei Kundgebungen zuletzt auch mehrfach von Passanten attackiert worden. Gleichzeitig schärften die Gegner der Übergangsregierung ihren Mitstreitern ein, es sei ihre «Pflicht, nicht nachzulassen, sondern jeden Tag an Aktivitäten teilzunehmen». Gleichzeitig sollten sie Menschenrechtsverletzungen der Sicherheitskräfte dokumentieren.

Inzwischen sitzt etwa ein Drittel der Führung der Muslimbruderschaft in Untersuchungshaft. In der Nacht wurde am Flughafen in Kairo der Medienberater der Partei der Muslimbrüder, Murad Ali, festgenommen. Er habe nach Rom fliegen wollen, hiess es am Flughafen. Der sonst stets konservativ gekleidete Ali habe vor der geplanten Reise sein Aussehen geändert. Er sei in Jeans und ohne Bart festgenommen worden.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Anführer der Muslimbrüder in Ägypten festgenommen

    Aus Tagesschau vom 20.8.2013

    Der 70-jährige Mohammed Badie wurde in seiner Wohnung in Kairo verhaftet. Badies Einfluss bei den Muslimbrüdern soll immens sein, selbst der abgesetzte Präsident Mursi soll auf ihn gehört haben. Die Armee klagt Badie nun wegen Anstiftung zum Mord an. Er soll verantwortlich sein für den Tod von mindestens 8 Demonstranten bei einer Anti-Mursi-Demonstration Ende Juni.