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International Muslimbrüder entsetzt über USA

Spannungen zwischen den Anhängern Mohammed Mursis und den USA: Aussenminister John Kerry gab der Entmachtung des Präsidenten durch das Militär nachträglich seinen Segen.

Muslimbrüder protestieren und halten ein Plakat von Mohammed Mursi hoch.
Legende: Anhänger Mursis wollen ihren Präsidenten wieder an der Macht sehen. Reuters

US-Aussenminister John Kerry zeigte sich in einem TV-Interview zwar besorgt über den Tod von Dutzenden Mursi-Anhängern. Er stärkte aber auch die Position der ägyptischen Armee. Er sagte, die Armee sei von Millionen Menschen, die ein Abgleiten Ägyptens ins Chaos befürchtet hätten, zum Eingreifen aufgefordert worden. «Ihr Ziel war es nicht – soweit wir das bisher beurteilen können – die Macht zu übernehmen.» Vielmehr habe die Armee «die Demokratie wiederhergestellt».

Aussagen, über die Anhänger Mursis, die Muslimbrüder, entsetzt sind. «Wir glauben, dass die US-Regierung mitschuldig an dem Militärputsch ist», erklärte der Sprecher der Islamistenbewegung. Er forderte die US-Bevölkerung auf, sich gegen eine Regierung zu erheben, «die ihre Werte verrät, indem sie Tyrannei und Diktatur unterstützt».

Die Muslimbrüder riefen unterdessen erneut zu Protesten auf. Sie versammelten sich in mehreren Moscheen. Von dort aus wollen sie am Nachmittag mehrere Demonstrationszüge starten. Ihr Ziel: die Wiedereinsetzung von Präsident Mursi erreichen.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Einanderer, Schweiz
    Ich halte nun fürwahr sehr wenig von diesen Muslimbrüdern. Aber dass ein amerikanischer Aussenminister ein Putsch gegen eine demokratisch gewählte Regierung als "Wiederherstellung der Demokratie" bezeichnen kann, ohne dafür von den Medien verrissen zu werden, geht mir nun gar nicht in den Kopf. Dass er mit dieser offensichtlichster Verdrehung der Tatsachen davon kommt, ist erschreckend. Dies sagt nicht nur viel über das Demokratieverständnis Kerrys, sondern auch der Allgemeinheit.
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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Die Muslimbrüder und der Islamismus... Im Islamismus steht die Religion über dem Gesetz, eine solche Regierung ist nicht Tragbar und kann nicht operativ sein. Volksvertretter müssen Neutral sein, und das Interesse des Landes sowie des Volkes wahrnehmen, doch im Islamismus geht das überhaupt nicht. Deshalb verstehe ich diese Muslimbrüder nicht, warum sie eine unfaire Regierung wollen, die den Islamismus bevorzugen? Jedenfalls hat Religion und Glauben nichts in der Politik verloren.
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Heute ist der Tag der Enttäuschungen: die Muslimbrüder über die USA, Israel über den Iran, die USA über die Russen, Montreal wegen Federer...
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