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International Muslimbrüder könnten bald illegal sein

Die ägyptische Regierung erwägt, die Muslimbruderschaft aufzulösen. Damit dürfte die Organisation des abgesetzten Präsidenten Mohammed Mursi in den Untergrund gedrängt werden.

Die ägyptische Regierung prüft ein Verbot der Muslimbruderschaft. Angeregt hat dies Ministerpräsident Hasem al-Beblawi. Ein solcher Schritt dürfte die Lage im Land weiter verschärfen.

Schon mal verboten

Die Muslimbruderschaft wurde 1928 gegründet. Ziel war die Verbreitung islamischer Moralvorstellungen und die Unterstützung wohltätiger Aktionen und sozialer Einrichtungen, aber auch die Befreiung des Landes von der fremden Okkupation sowie der Kampf gegen die britisch-westliche «Dekadenz», die sich im Lande ihrer Meinung nach offenbarte.

Der Einfluss in der Bruderschaft nahm in der Bevölkerung rasch zu. 1954 wurde die Organisation von der damaligen ägyptischen Militärregierung verboten. Doch schon im März liess die Regierung sie als Nichtregierungsorganisation wieder zu. Die ihr nahe stehende Partei für Freiheit und Gerechtigkeit war 2011 nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak zugelassen worden.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Tamer Aboalenin, Bern
    Ein Verbot der Muslimbruderschaft wird nichts ändern. Im Gegenteil. Das bestätigt in welche Richtung die Putschisten gehen wollen. Die Demokratie stirbt in Ägypten. Die Glaubwürdigkeit des Westens ist auf dem Prüfstand. Dante Alighieri sagte „die heißesten Plätze in der Hölle sind für jene reserviert, die in Zeiten einer moralischen Krise ihre Neutralität aufrecht erhalten."
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  • Kommentar von René Wagner, Möriken
    Es ist ausserordentlich peinlich, wenn Kommentatoren die Putschisten in Ägypten in Verkennung der elementarsten Regeln als Übergangsregierung bezeichnen. Das ist keine Übergangsregierung sondern von den Militärs eingesetzte Vasallen. Als Atheist habe ich wahrlich keine Sympathien für religiös fundamentale Kräfte. Das gilt für Islamisten, orthodoxe Juden und amerikanische Evangelisten. Doch wenn die Ägypter mit über 70 % Mursi wählen, muss das von Allen akzeptiert werden.
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    1. Antwort von joerg kretz, gunterhausen
      mit Mursi vom Regen in die Traufe! Wurde nicht auch bei unserem nördlichen Nachbar mal so eine komische Type gewählt?
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    2. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Wie auch unsre Regierung vor Abstimmungen die Bevölkerung manipuliert und täuscht (PFZ etc), hat Mursi vor den Wahlen Versprechungen abgegeben und nicht eingehalten. Die Protestbewegung kritisierte den Präsidenten wegen seines zunehmend autoritären Führungsstils, einer fortschreitenden Islamisierung im Land und auch wegen einer dramatisch verschlechterten Wirtschaftslage. Im Unterschied zu uns Schweizern, wehren sich Ägypter dagegen.
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    3. Antwort von Mario Daetwyler, Schafisheim
      Dann werden sie sich sicher freuen wenn der Islam bald auch in der Schweiz seine kulturellen Errungenschaften der Liebe und des Friedens so wie in Ägypten zeigen wird
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