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Mysteriöser Todesfall Pablo Neruda ist nicht an Krebs gestorben

Legende: Video Neruda starb nicht an Krebs abspielen. Laufzeit 1:49 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.10.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Literaturnobelpreisträger Pablo Neruda starb 1973 nicht – wie es in der offiziellen Todesbescheinigung steht – an seinem Prostatakrebs. Das haben Wissenschaftler herausgefunden.
  • Neruda war mit Staphylokokken-Bakterien infiziert. Wie er infiziert wurde, ist unklar.
  • Der Assistent Nerudas sagte, dem Dichter sei eine Spritze mit unbekanntem Inhalt verabreicht worden.

Die Ursache des Todes des Dichters und Nobelpreisträgers Pablo Neruda beginnt sich nach Jahrzehnten der Zweifel zu klären. Ein von der chilenischen Justiz eingesetztes, internationales Expertenteam hat bekannt gegeben, dass der Poet und Kommunist 1973 nicht an den Folgen seines Prostatakrebses starb. Von diesem war jedoch in der offiziellen Todesbescheinigung die Rede.

In Gewebeproben Nerudas haben die Experten Spuren einer Infektion mit Staphylokokken-Bakterien entdeckt, die unter Umständen lebensgefährlich sein kann. Jetzt werde abgeklärt, ob die Bakterien in einem Labor gezüchtet oder verändert worden seien. Die Chance, das herauszufinden, liege bei etwa 25 Prozent, sagt der Sprecher der Wissenschaftler.

Wurde Neruda vergiftet?

Der Assistent Nerudas sprach gegenüber der Staatsanwaltschaft von Dritteinwirkung beim Tod des Dichters: In einer Klinik in Santiago sei dem Nobelpreisträger rund zwei Wochen nach dem Pinochet-Putsch eine Spritze mit unbekanntem Inhalt verabreicht worden.

Die Pinochet-Diktatur hat 3200 Regimegegner umbringen lassen. Neruda wollte sich ins Exil nach Mexiko begeben und dort die Opposition gegen General Augusto Pinochets Gewaltherrschaft organisieren.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Juha Stump (Juha Ilkka Stump)
    Ich habe immer gedacht, dass bei diesem auffallend schnellen Ableben Nerudas kurz nach dem Putsch im September 1973 ein wenig nachgeholfen wurde. Oder starb er doch an gebrochenem Herzen, weil jetzt nicht mehr die Roten an der Macht waren? Nicht vergessen: Neruda war ein Stalin-Verherrlicher wie nur wenige andere. Ebenfalls nicht vergessen: Unter Allende war Chile zu einem Stützpunkt der UdSSR aufgebaut worden, früher oder später wäre er von den Radikalen hinter ihm gestürzt worden.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Pinochet und seine Handlanger schreckten vor nichts zurück. Aber solange noch einige mächtige Exponenten im Ausland die volle Aufarbeitung verhindern, kann man nur spekulieren. Die letzten Jahre von Pinochet waren typisch für deren Macht. Jedenfalls hat Pinochet sehr kräftige Hilfe und das Wohlwollen der Weltmacht USA.
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  • Kommentar von Nicola Harrison (Nicola Harrison)
    Es gilt IMMER "der Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles"...d.h. sind Bakterien und Viren als Auslöser keine "Krebserkrankung" keine "Fehldiagnose".
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Das sagt hier auch niemand. Artikel zuerst lesen hilft.
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