Nach Anschlag auf IKRK: Arbeit in Dschalalabad eingestellt

Nach einem tödlichen Anschlag auf das Büro des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) im afghanischen Dschalalabad stellt die Organisation ihre dortigen Aktivitäten vorübergehend ein. Die Einrichtung war stark zerstört worden.

Ein Soldat vor brennenden IKRK-Fahrzeugen

Bildlegende: Vier Angreifer hatten die Einrichtung des IKRK schwer verwüstet. Ein Wachmann wurde getötet. Keystone

Ein Sprecher des IKRK bestätigte einen entsprechenden Bericht des Westschweizer Fernsehens RTS.

«Wir versuchen zu verstehen, was passiert ist. Unser gesamtes Engagement in Afghanistan ist davon betroffen», sagte ein Sprecher der Organisation. «Derzeit haben wir keinerlei Gewissheit über die Urheber des Angriffs». Das Büro vor Ort, welches zur Hälfte zerstört wurde, sei jetzt geschlossen. Die sechs ausländischen Büromitarbeiter seien nach Kabul verlegt worden, die lokalen Mitarbeiter würden vorläufig zu Hause bleiben.

Erster Angriff auf IKRK in Afghanistan

Am Mittwoch hatten ein Selbstmordattentäter und drei bewaffnete Männer das IKRK-Büro in Dschalalabad angegriffen. Einer der Täter zündete nach Angaben der Behörden am Eingang eine Bombe. Seine Komplizen drangen in das Gebäude ein und lieferten sich ein Gefecht mit Sicherheitskräften. Dabei wurde ein Wachmann getötet, einer der IKRK-Mitarbeiter wurde verletzt.

Es war das erste Mal, dass das IKRK in Afghanistan angegriffen wurde. Die zu strikter Neutralität verpflichtete Organisation ist seit 1987 am Hindukusch vertreten. Mit landesweit 1'800 Mitarbeitern gehört das Land zu den weltweit wichtigsten Einsatzgebieten des IKRK.