Nach Anschlag in Tel Aviv: Suche nach Terrorverdächtigem läuft

Auch im neuen Jahr geht die Gewalt in Israel weiter: Ein bewaffneter Mann hat gestern eine Bar in Tel Aviv gestürmt und zwei Menschen getötet. Der flüchtige Täter soll ein Araber israelischer Staatsangehörigkeit sein – über seine genauen Motive herrscht Unklarheit.

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Zwei Tote nach Anschlag in Tel Aviv

0:46 min, aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 1.1.2016

In der israelischen Metropole Tel Aviv hat am Freitag ein Unbekannter das Feuer in einer Bar eröffnet und zwei Menschen getötet. Mindestens sieben weitere Menschen seien durch die Schüsse verletzt worden, gab die Polizei bekannt. Schwer bewaffnete Spezialeinheiten der israelischen Sicherheitskräfte suchen nach dem flüchtigen Attentäter.

Bei dem Angreifer soll es sich um einen 29-jährigen Araber handeln, der israelischer Staatsbürger ist. Medien berichteten unter Berufung auf Polizeiquellen, er komme aus einem Ort im Norden Israels.

Das Café, das zum Ziel des Anschlags im Zentrum von Tel Aviv wurde.

Bildlegende: Mit einer automatischen Waffe schoss er auf Zivilisten. Über die Motive des Täters herrscht noch Unklarheit. Keystone

Motivlage bleibt vorerst unklar

Die genauen Motive des Attentäters sind laut Polizei noch unklar. Die Sicherheitskräfte gehen aber von einem Terrorakt aus. «Es besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen Terroranschlag handelt», sagt der Sprecher der israelischen Polizei, Micky Rosenfeld, am Abend dem Sender CNN.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Drohungen gegen Israel ausgesprochen. Die Polizei betonte jedoch, es werde in alle Richtungen ermittelt. Israelische Medien spekulieren auch über mentale Probleme des Mannes.

Vater soll Täter identifiziert haben

Mehrere israelische Medien berichteten zudem, der Vater des mutmasslichen Attentäters habe seinen Sohn auf Videoaufnahmen von dem Anschlag erkannt und sei daraufhin zur Polizei gegangen. Rosenfeld bestätigte das nicht. Auf Bildern einer Überwachungskamera war zu sehen, wie der Mann eine automatische Waffe aus seinem Rucksack holt und losfeuert. Zeugen sagten laut Nachrichtenseite «Times of Israel», er habe um die 15 Schüsse abgegeben.

Bei der jüngsten Gewaltwelle in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten sind seit Anfang Oktober mehr als 20 Israelis und mehr als 140 Palästinenser getötet worden. Die meisten Palästinenser starben bei ihren eigenen Angriffen oder bei Zusammenstössen mit dem Militär in den besetzten Gebieten.