Nach Fabrik-Einsturz in Bangladesch: Bürgermeister verhaftet

Drei Monate nach der Katastrophe: In Bangladesch ist der Bürgermeister der betroffenen Stadt verhaftet worden, in der die Textil-Fabrik eingestürzt ist. Er soll zunächst befragt werden.

Schutthaufen vor einem Stacheldraht.

Bildlegende: Von der Textil-Fabrik ist nur ein Schutthaufen übriggeblieben. Die Ermittlungen zum Unglück laufen weiter. Keystone

Drei Monate nach dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch mit mehr als 1100 Toten ist der Bürgermeister der betroffenen Stadt festgenommen worden. Mohammad Refayet Ullah wurde in der Hauptstadt Dhaka in Gewahrsam genommen, um wegen der Verstösse gegen die Bauvorschriften befragt zu werden, wie ein Polizeivertreter sagte.

Ullah ist seit 14 Jahren Bürgermeister der Stadt Savar am Rande von Dhaka. Nach dem schlimmsten Industrieunglück in der Geschichte Bangladeschs am 24. April war er suspendiert worden. Bislang wurden bereits mehr als ein dutzend Verdächtige gefasst, unter anderen der Eigentümer des Gebäudes.

Ermittlerteam eingesetzt

Experten zufolge war die Textilfabrik Rana Plaza nachträglich und unter Missachtung bautechnischer Grundsätze aufgestockt worden. Nach Angaben von Behördenvertretern genehmigte Ullahs Büro, dass drei weitere Stockwerke auf die bereits vorhandenen sechs gesetzt wurden.

Zudem habe die Verwaltung nicht gehandelt, als einen Tag vor der Tragödie Risse an dem Gebäude festgestellt wurden. Ein von der Regierung eingesetztes Ermittlerteam erklärte nach der Untersuchung des Unglücksorts, die Bauunternehmer hätten minderwertige Materialien verwendet.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Made in Bangladesh

    Aus Rundschau vom 8.5.2013

    Fabrikbrände mit Hunderten von Todesopfern, blutige Ausschreitungen, verheerende Naturkatastrophen. Verantwortlich dafür ist auch die gigantische Lederproduktion, eine der grössten der Welt. Die Arbeitsbedingungen sind katastrophal und die Angestellten schuften sich buchstäblich ins Elend. Ein exklusiver und schockierender Einblick.