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Nach Giftanschlag in Salisbury Zahlreiche Staaten weisen russische Diplomaten aus

Das Wichtigste in Kürze:

  • Zahlreiche Staaten, mittlerweile auch Island und Australien, reagieren auf den Anschlag auf den russischen Ex-Agenten Skripal in Grossbritannien.
  • Die USA weisen allein 60 Mitarbeiter russischer Vertretungen aus.
  • Auch 16 EU-Staaten haben Ausweisungen von russischen Diplomaten bekannt gegeben und sind damit dem Beispiel Grossbritanniens gefolgt.
  • Russland hat angekündigt, dass die Ausweisungen «nicht folgenlos» bleiben würden.
Legende: Video Konzertierte Ausweisung russischer Diplomaten abspielen. Laufzeit 01:48 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.03.2018.

Als Reaktion auf den Giftanschlag auf den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal weisen die USA 60 Mitarbeiter von diplomatischen Vertretungen Russlands aus. Regierungsmitarbeiter sagten, bei ihnen handle es sich um «bekannte Mitarbeiter der Geheimdienste».

Zudem werde das russische Konsulat in Seattle auf Anweisung von Präsident Donald Trump komplett geschlossen, hiess es in Washington.

Schweiz wartet ab

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Die Schweiz verzichtet vorerst auf die Ausweisung russischer Diplomaten. Bevor man allfällige Schlussfolgerungen ziehe, müssten zuerst die Ergebnisse der laufenden Untersuchungen zum Anschlag in Salisbury abgewartet werden, schreibt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage von SRF News.

Auch 16 EU-Staaten gehen auf diplomatischem Weg gegen Russland vor und weisen Diplomaten aus, wie EU-Ratspräsident Donald Tusk mitteilte. Er schloss nicht aus, dass in den kommenden Tagen und Wochen weitere Massnahmen ergriffen würden. Die EU-Regierungen hatten in einer Erklärung des EU-Gipfels am Freitag den Anschlag «in schärfster Weise» verurteilt.

Deutschland kündigte die Ausweisung von vier russischen Diplomaten an, ebenso wie Frankreich. Nach dem Giftanschlag auf Skripal trage Russland noch immer nicht zur Aufklärung bei, schrieb der deutsche Aussenminister Heiko Maas zur Begründung auf Twitter. «Wir senden damit auch ein Zeichen der Solidarität mit Grossbritannien.»

Die betroffenen Diplomaten müssten Deutschland innerhalb von sieben Tagen verlassen, teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit. Diese Aufforderung sei der russischen Botschaft übermittelt worden. Zugleich wurde betont, Berlin bleibe weiterhin zum Dialog mit Russland bereit.

Inzwischen haben auch Australien und Island reagiert. Man werde zwei russische Diplomaten ausweisen, teilte die australische Regierung mit. Die beiden Diplomaten stünden unter dem Verdacht, Geheimdienstoffiziere zu sein. Und Island kündigte an, die Fussball-WM in Russland diplomatisch zu boykottieren.

Russland kündigt Reaktion an

Russland hat die Ausweisungen scharf verurteilt. Man werde natürlich darauf reagieren, teilte das Aussenministerium in Moskau mit. «Es versteht sich von selbst, dass der unfreundliche Schritt der Ländergruppe nicht folgenlos bleiben wird», hiess es.

Die Massnahmen tragen nach Moskauer Ansicht nichts zur Aufklärung des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal bei. Es sei lediglich eine Fortsetzung der Konfrontation und eine Provokation. Die Verbündeten Grossbritanniens «folgen blind dem Grundsatz der euroatlantischen Einheit entgegen des gesunden Menschenverstandes», hiess es in der Mitteilung. Es gebe keine objektiven Beweise, dass Moskau für den Anschlag verantwortlich sei.

Weiter sagte der russische Botschafter in den USA, Anatoli Antonow: Es werde das Wenige zerstört, das von den russisch-amerikanischen Beziehungen übrig ist. Die Verantwortung für die Zerstörungen im bilateralen Verhältnis liege bei den USA.

Diese Länder haben russische Diplomaten ausgewiesen

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  • Albanien
  • Australien
  • Belgien
  • Dänemark
  • Deutschland
  • Estland
  • Finnland
  • Frankreich
  • Georgien
  • Grossbritannien
  • Irland
  • Italien
  • Kanada
  • Kroatien
  • Lettland
  • Litauen
  • Mazedonien
  • Moldawien
  • Montenegro
  • Niederlande
  • Norwegen
  • Polen
  • Rumänien
  • Schweden
  • Spanien
  • Tschechische Republik
  • Ungarn
  • Ukraine
  • USA
  • sowie die Nato

Stand: 29.3.2018

Bei dem Anschlag im britischen Salisbury Anfang März waren Skripal und seine Tochter schwer vergiftet worden. Die Täter nutzten dabei nach derzeitigem Ermittlungsstand den in der früheren Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok.

Grossbritannien und Russland hatten bereits die Ausweisung von 23 Diplomaten des jeweils anderen Landes angeordnet.

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5 Kommentare

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