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Nach internationaler Kritik Präsident von Burma tritt zurück

  • Htin Kyaw, der Präsident von Burma, hat überraschend seinen Rücktritt erklärt.
  • Kyaw liess verlauten, dass er eine «Auszeit» von seiner gegenwärtigen Arbeit nehmen möchte. Genauere Angaben machte er keine.
  • Er ist ein enger Vertrauter von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und führte Burma seit 2016 als erster Zivilist nach dem Ende der Militärherrschaft.
Htin Kyaw, Präsident von Myanmar
Legende: Htin Kyaw trat sein Amt erst im März 2016 an. Reuters

Innert sieben Tagen muss das Parlament nun einen Nachfolger ernennen. «In der Zwischenzeit liegt die Macht in den Händen eines ehemaligen Generals», sagt Südostasienkorrespondentin Karin Wenger.

Es werde deshalb sehr spannend zu sehen, ob und welche Entscheide dieser treffen werde. Möglich sei, dass er in dieser kurzen Zeitspanne versuchen werde, die Macht von Suu Kyi zu beschneiden.

Kyaws Rücktritt habe im Übrigen wohl nicht politische, sondern persönliche Gründe, so Wenger weiter. Der Präsident sei krank.

Suu Kyi kann nicht Präsidentin werden

Die ehemalige Oppositionsführerin Suu Kyi führt als «Staatsrätin» de facto die Regierung von Burma. Präsidentin kann sie nach der Verfassung nicht werden, da ihre Kinder britische Pässe besitzen.

Seit Monaten steht das südostasiatische Land international in der Kritik. Die muslimische Minderheit der Rohingya wird in Burma verfolgt, rund 700'000 Menschen sind bereits ins Nachbarland Bangladesch geflohen.

Regierung hält zwei Journalisten fest

Wegen einer Recherche über die Verfolgung von Muslimen sitzen zwei Reuters-Journalisten seit 100 Tagen in Burma im Gefängnis. Mehrere Journalistenvereinigungen forderten am Mittwoch die sofortige Freilassung der Reporter Wa Lone und Kyaw Soe Oo, die selbst aus Burma stammen. Den beiden drohen 14 Jahren Haft. Stephen J. Adler, Chefredaktor der Nachrichtenagentur Reuters: «Sie gehören in die Redaktion, nicht ins Gefängnis.»

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Fritz Frei (Fritz Frei)
    Der wird nicht länger den Kopf hin halten wollen. Macht hatte er keine aber er übernahm das Amt anstelle von Aung Sun Suu Kyi. Es ist aber auch falsch,diese als "de facto" Präsidentin zu bezeichnen. De facto hat immer noch die Alte Generalsgarde alle Macht. Es ist wie in Thailand, Laos, Cambodia, Vietnam: das sind alles Scheindemokratien. So wie auch China und Russland. Die USA könnten bald auch dazu gehören, wenn die Republikaner so weiter machen wie bisher.
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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Genauere Angaben macht er keine. Kann er auch nicht. Das Militär wird ihn zum Rücktritt zwingen. Auch was er sagen muss, wird ihm aufgezwungen.
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