Nach IS-Massaker in Kuwait: Zahlreiche Verdächtige festgenommen

27 Tote und über 200 Verletzte – dies ist die vorläufige Bilanz nach einem Attentat auf eine schiitische Moschee in Kuwait-Stadt. Die Behörden ruhen seither nicht. Nach einer landesweiten Suchaktion haben Polizisten 18 Personen in Gewahrsam genommen, die mit der Bluttat zu tun haben könnten.

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Erster Selbstmordanschlag in Kuwait

1:05 min, aus Tagesschau vom 26.6.2015

Nach dem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee in Kuwait sind nach Angaben des arabischen Nachrichtenkanals Al-Arabija mindestens 18 Tatverdächtige festgenommen worden. Die Polizei soll sie bei einer landesweiten Suchaktion in Gewahrsam genommen haben.

Bei dem Angriff während des traditionellen Freitagsgebets hatte ein Selbstmordattentäter mindestens 27 Gläubige mit in den Tod gerissen. Weitere 227 Menschen sind gemäss Angaben des kuwaitischen Innenministeriums verletzt worden.

IS will den Anschlag begangen haben

Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich in sozialen Medien zu dem Anschlag auf die Imam-Dasik-Moschee im Osten der Hauptstadt Kuwait-Stadt bekannt. Eine unabhängige Bestätigung steht derweil noch aus.

Am Dienstag der kommenden Woche jährt sich zum ersten Mal die Ausrufung des IS-Kalifats. Die Gruppe forderte dazu auf, während des laufenden Fastenmonats Ramadan Attentate auf «Feinde» des Islams zu verüben.

«Anschlag gegen die Einheit des Volkes»

Es ist der erste derartige Angriff auf Schiiten in Kuwait. Etwa ein Drittel der 1,3 Millionen Einwohner sind Schiiten. Die kuwaitische Regierung hat der Terrormiliz indessen vorgeworfen, der Anschlag habe sich gegen die Einheit des Volkes gerichtet. Ihre Veranlassung: Auf Seiten des IS kämpfen Muslime sunnitischer Glaubensrichtung.

Die Dschihadisten von IS betrachten die Angehörigen der schiitischen Konfession als Ungläubige. Sie werfen den Schiiten vor, sie seien vom rechten Glauben abgefallen. Vor diesem Hintergrund haben sie in den vergangenen Wochen bereits tödliche Anschläge auf schiitische Moscheen in Jemen und in Saudi-Arabien verübt.