Nach Mali nun Niger: Frankreichs Kampf gegen die Islamisten

Französische Truppen greifen erneut ein – diesmal im Niger. Islamisten hatten eine französische Uranmine und einen Militärstützpunkt in Niger angegriffen. SRF-Korrespondent Beat Stauffer zur Frage, wie es in dem Gebiet weitergehen könnte.

Waffe im Sand.

Bildlegende: Die Region in und um Mali bleibt instabil – die Franzosen bleiben wachsam. Keystone

Die französischen Truppen beendeten nach eigenen Angaben eine Geiselnahme im Niger. Mindestens zwei Islamisten seien dabei getötet worden. Diese hatten am Donnerstag eine französische Uranmine und ein Militärlager im Niger angegriffen. Mindestens 23 Menschen wurden dabei getötet. Die Islamisten nahmen mehrere Offiziersanwärter als Geiseln.

Zu den Angriffen hat sich eine Islamistengruppe namens Mujwa bekannt, die auch für die tödlichen Angriffe und Geiselnahmen in einer algerischen Erdgasanlage Anfang des Jahres verantwortlich war. In einer Erklärung im Internet heisst es, die Anschläge seien eine Reaktion auf die Militärintervention in Mali.

Und weiter schreiben die Islamisten: Sollte Nigers Präsident seine Soldaten nicht abziehen, würden weitere Angriffe folgen, auch in Niger.

Schlag gegen Franzosen

«Die Uranminen sind für die Franzosen ausserordentlich wichtig, deshalb haben die Islamisten gerade dort zugeschlagen», sagt SRF-Korrespondent Beat Stauffer.

Der Niger dürfte ebenfalls als Zielland gewählt worden sein, weil die USA dort eine Drohnenbasis errichtet haben. «Diese hat im Krieg gegen die Islamisten in Mali eine wichtige Rolle gespielt», sagt Stauffer.

Und: Der Niger stellt eine Art Korridor dar zwischen dem Norden Malis und dem Süden Libyens. «Man ist immer davon ausgegangen, dass dieses Gebiet eine Fluchtrute für die Islamisten im Norden Malis sein könnte», so Stauffer.

Islamisten noch handlungsfähig

Die Franzosen hatten im vergangenen Jahr in Mali interveniert, nachdem Islamisten die Kontrolle über Mali an sich gerissen haben.

Die Franzosen behaupteten, sie hätten den Islamisten in Mali massive Verluste beigebracht. Doch stimmt das wirklich? «Es ist schwierig zu sagen, wie schwer die Islamisten getroffen worden sind», sagt Stauffer. Tatsache sei, dass die Islamisten immer noch punktuell handlungsfähig seien. «Ich gehe aber davon aus, dass die Islamisten in der Region massiv geschwächt worden sind durch die Intervention in Mali», so Stauffer.

Region bleibt instabil

Tatsache ist, dass die Region weiterhin Sorgenkind der internationalen Gemeinschaft bleibt.  «Vermutlich müsste man in erster Linie eine politische Lösung suchen, um die den Islamisten die Basis zu entziehen», sagt Stauffer.

In all den Ländern in der Region sind die Menschen unzufrieden, gibt es Widerstandsbewegungen. «Viele Menschen fühlen sich vernachlässigt von den lokalen Regierungen. Sie leben in Armut. Sie haben keinen Anteil an der Ausbeutung der Bodenschätze», sagt Stauffer.