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International Nach Massenpanik in Mekka: Opferzahl steigt auf über 700

Bei einer Massenpanik während der islamischen Wallfahrt Hadsch sind nahe Mekka mindestens 717 Menschen ums Leben gekommen. Über 805 Gläubige seien verletzt worden, meldeten saudi-arabische Behörden.

Legende: Video Massenpanik bei Mekka abspielen. Laufzeit 1:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.09.2015.

Bei einer Massenpanik nahe Mekka sind nach offiziellen Angaben aus Saudi-Arabien mindestens 717 Menschen ums Leben gekommen. Hunderte wurden demnach verletzt, als sich ein Gedränge auf der Pilgerfahrt Hadsch gebildet hat. Zu dem Unglück kam es demnach in der Nähe des Ortes Mina, wo die Gläubigen am dritten Tag der Wallfahrt symbolisch den Teufel steinigen.

Milliarden in neues Sicherheitskonzept

Dort hatte es in den vergangenen Jahren mehrere Baumassnahmen gegeben, die für einen reibungslosen Strom der Pilger sorgen und einen Massenandrang verhindern sollten. Die saudischen Behörden haben in der Vergangenheit einen Milliardenbetrag in ein neues Sicherheitskonzept gesteckt. Warum es trotz diesen Investitionen zum Unglück gekommen ist, bleibt zur Stunden unklar. Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach den Angehörigen sein Beileid aus.

Legende: Video Mekka abspielen. Laufzeit 0:06 Minuten.
Vom 24.09.2015.

Der Iran gab Saudi-Arabien die Mitschuld an dem Unglück. «Die Saudis haben ohne Grund einen Teil der Route der Pilger blockiert, was zu dem Andrang und letztendlich auch der Tragödie führte», sagte der Leiter des Auswärtigen Ausschusses im Parlament. Der schiitische Iran und das sunnitische Saudi-Arabien sind in der Region Erzrivalen.

Zwei Millionen auf Pilgerfahrt

Der Hadsch hatte am Dienstag begonnen. Jedes Jahr reisen Millionen Pilger nach Mekka, um in der Heiligen Moschee zu beten. In diesem Jahr haben sich laut saudischen Medien rund zwei Millionen Muslime auf die Wallfahrt begeben, darunter 1,4 Millionen Menschen aus dem Ausland.

Die Teilnahme an der jährlichen Wallfahrt zur heiligsten Stätte des Islam ist Pflicht für jeden gläubigen Muslim. Gemäss dem Koran muss jeder Muslim, ob Mann oder Frau, der gesund ist und es sich leisten kann, einmal im Leben an der Pilgerreise teilnehmen.

Gefährliche Wallfahrt

Einen traurigen Höhepunkt stellt das Jahr 1990 dar. Damals starben über 1400 Pilger an der Folge von Erstickung und Gedränge. Vier Jahre später wurden bei einer Brücke 270 Menschen zu Tode gedrückt. Im Jahr 1997 starben über 300 Personen und nur ein Jahr später wiederum 118. In den Jahren 2000 bis 2015 starben über 1500 Pilger.

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    @Franz Nanni: Relgionen sind breit wie Gummi interpretierbar. Eine Botschaft Allahs oder die Rache des Teufels oder beides ? Man sucht sich das raus, was man gerade braucht. Also, Theologie ist in Wirklichkeit keine Fakultät
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  • Kommentar von Amira Salem (أميرة سالم)
    Die geschmacklose und menschenverachtende Kommentare hier, zeigen schon eine andere Seite von der Schweiz. Es liegt an Bildung und wie man sich informiert Daß Leute Schadenfreude an Tragödien zeigen, ist kaum zu glauben und brauchte eine gesellschaftliche Analyse und Ratschläge von Psychiatern. ein Gutes Thema für SRF.
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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Anstelle massenweise Hadschisten sollten die steinreichen Saudis gemäß der vom "Propheten" vorgeschriebenen Barmherzigkeit massenweise flüchtende muslimische Glaubensbrüder aufnehmen und großherzig für die Flüchtlinge in den Elendslagern spenden. Steinreich und Herzen aus Stein und Hilfe für die notleidende Flüchtlinge den armen muslimischen Ländern und den Ungläubigen in Europa überlassen? Hilfe in der Not bedeutet nicht das Angebot, 200 Moscheen in Deutschland bauen zu wollen.
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    1. Antwort von Adrian Flükiger (Ädu)
      @Chauvet: völlig richtig. Das Problem liegt in den wirtschaftlichen Beziehungen. Unsere Regierungen stützen leider diese Feudalherrschaft mit allen Mittel unter anderem dadurch, dass D den Saudis jeden Waffenwunsch (z.B. Kampfpanzer und ähnliches Zeugs) erfüllt. Um die Millionen in den Lagern und auf der Flucht geht es nie und nimmer, sondern nur um möglichst viel Gewinn und Beschiss! Die Zeche zahlen wir und die Flüchtenden - echt widerlich!
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