Nach MH17-Absturz: Ereignisse im Überblick

Nach dem MH17-Absturz hat die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) Beobachter in die Ostukraine entsandt. Diese klagen über Behinderungen beim Zugang zur Absturzstelle. Zuvor wies US-Präsident Obama prorussischen Separatisten die Schuld beim Flugzeugabsturz zu.

Flugzeugabsturz im Osten der Ukraine

Die wichtigsten Fakten in Kürze:

  • Beim Absturz starben 283 Passagier und 15 Besatzungsmitglieder
  • Absturzursache vorerst weiterhin unklar
  • Indizien deuten auf einen Abschuss mit einer Boden-Luft-Rakete hin
  • Neuer Versuch der OSZE-Beobachter ungehindert an der Unglücksstelle zu arbeiten
  • Separatisten beginnen mit dem Abtransport der Leichen
  • Moskau fordert neutrale Untersuchung und Offenlegung aller Dokumente
  • Australien droht mit Ausladung Putins vom G20-Gipfel
  • Malaysia Airlines ersetzt alle stornierten Tickets
Der Ticker ist abgeschlossen.
  • 23 :58

    Zusammenfassung des Abends

    Das wars für den Moment. Besten Dank fürs Mitlesen hier im Newsticker. In diesem Artikel finden Sie eine Zusammenfassung der Ereignisse von Tag 1 nach dem Absturz der MH17. Und hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Absturz des Passagierjets.

    Neuigkeiten gibt es weiterhin laufend auf srf.ch/news und in den Morgensendungen von Radio SRF.

    Ein prorussischer Separatist steht in einem Feld mit Flugzeugtrümmern.

    Bildlegende: Überall Trümmer: Auch nach Tag 1 sind noch viele Fragen zum Absturz der MH17 offen. Reuters

  • 23 :12

    Wie sich Passagierflieger vor ungeplanten Abschüssen schützen

    Video «So funktionieren Radartransponder» abspielen

    So funktionieren Radartransponder

    0:20 min, vom 18.7.2014

  • 23 :00

    Britischer Premier telefoniert mit US-Präsident Obama

    Die USA und Grossbritannien sprechen sich für eine unabhängige Untersuchung und einen vollständigen Zugang zur Unglücksstelle aus.

  • 22 :05

    Ukrainischer Parlamentspräsident fordert moderne Waffen

    Nach dem MH17-Absturz hat der ukrainische Parlamentspräsident Alexander Turtschinow den Westen zu Waffenlieferungen an die Regierung in Kiew aufgefordert. Die internationale Gemeinschaft müsse die prowestliche Führung mehr unterstützen im Kampf gegen prorussische «Terroristen», sagte er in Kiew. «Dafür sollen moderne Waffen und Kampftechnik an uns geliefert werden.» Mit Präzisionswaffen könnte das Kriegsgerät der Aufständischen binnen Tagen zerstört werden. «Sie hätten auch den Absturz der Boeing verhindert», sagte er.

    Die Separatisten bezeichneten unterdessen den angeblichen Mitschnitt eines Gesprächs, das die Aufständischen als Urheber des Abschusses überführen soll, als Fälschung. «Die Aufzeichnung wurde grob montiert», sagte Oleg Zarjow von der «Volkswehr». Möglicherweise seien einige Passagen echt, allerdings handele es sich dabei um einen Kampfjet und nicht um das Passagierflugzeug mit 298 Insassen.

    In der ostukrainischen Region Lugansk lieferten sich militante Gruppen und Regierungseinheiten derweil weiter schwere Gefechte. Dabei kamen auch zahlreiche Zivilisten ums Leben, wie die Verwaltung mitteilte. (dpa)

    Drei Männer sprechen vor den Medien.

    Bildlegende: Der ukrainische Parlamentspräsident Alexander Turtschinow (links) spricht Anfang März 2014 vor den Medien. Reuters

  • 21 :35

    Forscher befürchten Rückschlag

    108 der 298 Passagiere an Bord der MH17 waren Aids-Forscher, unterwegs zur 20. Internationalen Aids-Konferenz im australischen Melbourne. Das Onlineportal «The Australian» zitiert denn auch einen Wissenschaftler, der befürchtet, dass der Absturz sich auch negativ auf die Aids-Forschung auswirken könnte: «In diesem Feld der Wissenschaft bewegen einzelne Forscher Berge.»

  • 21 :21

    Internationaler Luftfahrtverband wehrt sich

    Der Direktor des Internationalen Luftfahrtverbands (IATA), Tony Tyler, hat sich tief betroffen gezeigt über den Absturz der MH17. Zur Wahl der Flugroute sagte Tyler, Fluggesellschaften müssten sich auf Regierungen und Luftverkehrskontrollen verlassen können. Keine Fluggesellschaft würde die Sicherheit ihrer Passagiere und der Besatzung gefährden, nur um Treibstoff zu sparen, hiess in einer IATA-Mitteilung. Sicherheit habe immer oberste Priorität.

    Wenn es aber darum gehe, zu beurteilen, welche Flugrouten sicher seien und welche nicht, seien Fluggesellschaften von Regierungen und Luftverkehrskontrollinstanzen abhängig. «Es ist so ähnlich wie beim Autofahren. Ist die Strasse offen, so geht man davon aus, dass sie sicher ist. Ist sie geschlossen, sucht man eine Ausweichroute», wurde Tyler in der Mitteilung zitiert. (sda)

    Porträt von Tony Tyler, Direktor des Internationalen Luftfahrtverbands.

    Bildlegende: Tony Tyler, Direktor des Internationalen Luftfahrtverbands, verteidigt die gewählte Flugroute von MH17. Reuters

  • 21 :09

    Bizarre Situation an der Unglücksstelle

    Zusammen mit Rebellenführer durften heute auch Journalisten erstmals zu den Trümmerteilen der MH17 vordringen. Dort präsentierte sich ihnen ein Bild des Schreckens – und in den abstrakten Wrackteilen auch immer wieder Herzergreifendes, wie zum Beispiel dieser Plüschaffe eines kleinen Passagiers. An Bord der MH17 befanden sich unter anderem über 80 Kinder.

    Ein prorussischer Separatistenführer hält einen Plüschaffen in die Höhe.

    Bildlegende: Reuters

  • 20 :47

    EU weitet Sanktionen gegen Russland aus

    Die EU hat wie beim Gipfeltreffen beschlossen die Sanktionen gegen Russland in der Ukraine-Krise verschärft. Der Ministerrat habe am Freitag die rechtliche Basis für restriktive Massnahmen ausgeweitet, teilte der Rat in Brüssel mit. «Das macht den Weg frei, um Vermögen von Unternehmen einzufrieren, die materiell oder finanziell Aktionen unterstützen, die sich gegen die Einheit und Unabhängigkeit der Ukraine richten», hiess es in der Mitteilung. Ende Juli werde der Rat eine konkrete Liste mit Namen beschliessen.

    Es gelten nun auch gegen insgesamt 72 Russen und prorussische Ukrainer Einreiseverbote und Kontensperrungen. Damit reagierte die EU auf die Besetzung der Krim und die Destabilisierung in der Ostukraine. Betroffen sind unter anderem Russen, die die Annexion der Krim vorantrieben, sowie prorussische Separatistenführer. (dpa)

  • 20 :03

    «Es war höchstwahrscheinlich ein Unfall»

    Viele Fragen sind nach dem Abschuss der MH17 noch offen. Die Frage nach dem Hergang ist dabei eine der zentralsten. Für den Präsidenten der Schweizer Luftwaffen-Offiziere ist klar: Es war höchstwahrscheinlich ein unglücklicher Zufall. Die Bedienung des Buk-Raketensystems sei zu komplex, urteilt Fabian Ochsner. Als Urheber kommen dabei bereits ausgebildete Separatisten in Frage. Ochsner hält es aber auch für möglich, dass die Rebellen Unterstützung durch russische Berater hatten oder Russen im Extremfall das System selber bedient haben.

    Video «Fabian Ochsner, Präsident der Schweizer Luftwaffen-Offiziere» abspielen

    Fabian Ochsner, Präsident der Schweizer Luftwaffen-Offiziere

    0:35 min, vom 18.7.2014

  • 19 :58

    «Untersuchung dürfte länger als ein Jahr dauern»

    Video «SRF-Korrespondent Christof Franzen zum Absturz der MH17» abspielen

    SRF-Korrespondent Christof Franzen zum Absturz der MH17

    1:04 min, vom 18.7.2014

  • 19 :34

    OSZE-Beobachter beschweren sich

    Die rund 20 Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) – darunter auch Schweizer Diplomanten, die heute an der Absturzstelle eintrafen, beklagen sich: Prorussische Separatisten hätten ihnen den vollständigen Zugang zur Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs in der Ostukraine verwehrt. Die Beobachter könnten sich nicht uneingeschränkt bewegen, liess die OSZE verlauten. Sie sollten über die Situation vor Ort berichten. Die Führung der Separatisten hatten ihnen zuvor freien Zugang zum Unglücksort zugesichert. (dpa)

    Bildlegende:

  • 19 :09

    Auf normaler Route unterwegs

    Eine Auswertung der Flugrouten anhand des Routenportals flightradar24.com zeigt, dass die Maschine der Malaysian Airlines durchaus auf dem gängigen Flugweg nach Kuala Lumpur unterwegs war.

  • 18 :31

    Auswirkungen auch auf die Börse

    Der Abschuss des MH17-Passagierflugzeuges und die Verschärfung der Spannungen im Nahen Osten haben die Schweizer Börse gebremst. «Es ist jede Menge Unsicherheit im Markt. Die gute Stimmung ist endgültig dahin», sagte ein Händler. Die Kaufbereitschaft der Anleger war gering. Niemand wollte das mit einer möglichen Krisenverschärfung über das Wochenende verbundene Risiko eingehen. (reu)

  • 18 :25

    «Schande unaussprechlicher Grösse»

    Es müsse eine glaubwürdige internationale Untersuchung des Vorfalls geben und die Ermittler dürften dabei nicht behindert werden, sagte US-Präsident Obama in Washington. Eine militärische Rolle der USA in dem Konflikt sehe er nach wie vor nicht. Der Absturz der Maschine sei «eine globale Tragödie» und eine «Schande unaussprechlicher Grösse». (dpa)

  • 18 :13

    «Putin hat die grösste Macht»

    «Das ist ein Weckruf für Europa und die ganze Welt, diesen Konflikt in der Ukraine nun zu einem friedlichen Ende zu bringen. Präsident Putin hat die grösste Kontrolle über diese Region. Separatisten können nicht Flugzeuge abschiessen ohne Ausrüstung und Training aus Russland», sagt US-Präsident Obama vor Medienvertreten.

  • 18 :06

    Obama verlangt sofortige Waffenruhe

    Nach dem Abschuss eines Passagierflugzeuges über der Ukraine hat US-Präsident Barack Obama eine sofortige Waffenruhe gefordert. Die Rakete, die das Flugzeug abgeschossen habe, sei aus einem von Separatisten kontrollierten Gebiet abgefeuert worden, sagte Obama im Weissen Haus. Unter den Todesopfern an Bord der MH17 befinde sich auch ein Amerikaner.

    Video «Obama macht Moskau mitverantwortlich (englisch)» abspielen

    Obama macht Moskau mitverantwortlich (englisch)

    1:46 min, vom 18.7.2014

  • 17 :55

    LIVE: US-Präsident spricht zum Flugzeugabsturz

  • 17 :46

    Russland wehrt sich erneut

    Das russische Verteidigungsministerium hat eine angebliche Verlegung von «Buk»-Flugabwehrsystemen in das ostukrainische Separatistengebiet strikt zurückgewiesen. Moskau habe weder den Abwehrkomplex noch sonstiges Kriegsgerät in das Nachbarland geschafft, sagte ein Sprecher am Freitag der Agentur Interfax. Mit einer «Buk»-Rakete könnte nach Meinung von Experten das malaysische Passagierflugzeug mit 289 Insassen abgeschossen worden sein.

    An der Absturzstelle nahe Grabowo trafen unterdessen Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ein. Die etwa 20 Beobachter hätten mit Rettungskräften mit der Untersuchung des Wracks begonnen. (dpa)

  • 17 :33

    Blumen und Tränen in Amsterdam

    Die Niederlande trauern um die Opfer von Flug MH17. In der Abflughalle 3 am Amsterdamer Flughafen Schiphol liegen Blumen und Briefe. «Liebe Therese, wir fahren heute nach Costa Rica, auf den Spuren von dir und deiner Familie.», steht auf einer Karte geschrieben.

    Blumen am Boden.

    Bildlegende: Am Flughafen Schipol in Amsterdam haben Personen Blumen und Trauerbotschaften niedergelegt. SRF

  • 17 :19

    «Militärische Intervention ist denkbar»

    «Falls tatsächlich Separatisten eine Boden-Luft-Rakete abgeschossen haben, wäre dies ein Novum in der Geschichte von Konflikten mit bewaffneten Milizen», analysiert SRF-Korrespondent Fredy Gsteiger. Die USA, EU und die internationale Gemeinschaft seien nun zum Handeln aufgefordert. Eine militärische Intervention zur Sicherstellung der Boden-Luft-Raketen sei denkbar.