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Nach Schul-Massaker in den USA Aus Überlebenden werden Berühmtheiten

Vom Entstehen einer neuartigen Protestbewegung. Und wie ein Schüler mit dem Thema Lobby-Gelder Senator Rubio blosstellt.

Legende: Video Diese Frage bringt Marco Rubio in Erklärungsnot abspielen. Laufzeit 1:03 Minuten.
Vom 22.02.2018.

«Können Sie zusichern, dass Sie keine weiteren Wahlkampfspenden von der NRA annehmen?» Diese Frage nach dem Verzicht auf Geld der mächtigen Waffenlobby-Organisation NRA muss der republikanische Senator Marco Rubio bei einer Podiumsdiskussion vergangene Nacht in Florida beantworten.

Der Schüler Cameron Kasky, der den Amoklauf an seiner Schule in Florida überlebt und den Hashtag #NeverAgain lanciert hat, erntet dafür stehende Ovationen vom Publikum. Den Senator aber bringt er mit seiner Frage in arge Bedrängnis.

Rubio weicht der Frage aus: «Die Antwort auf die Frage ist, Leute unterstützen meine Agenda. Und ich bin für den zweiten Verfassungszusatz – und dafür, dass ihr alle zur Schule gehen könnt und sicher seid. Ich unterstütze jedes Gesetz, das Waffen aus den Händen eines geistesgestörten Mörders fernhält.»

Auch mehrfaches Nachfragen hilft nicht. Rubio macht keine klaren Zugeständnisse. Ein «Nein» als Antwort gibt es nicht.

Zorn der Überlebenden

Cameron Kasky ist nicht alleine. Das Trauma lässt viele Überlebende nicht erstarren, sondern treibt sie auf die Strassen. Die jungen und zornigen Überlebenden des Schulmassakers von Florida haben in kurzer Zeit eine Graswurzelbewegung ins Leben gerufen, die die US-Politik unter Druck setzt – eine Bewegung gegen die lockeren Waffengesetze und die mächtige Waffenlobby NRA.

Die Schüler planen für den 24. März einen «Marsch für unsere Leben» in Washington, der von ähnlichen Demonstrationen im ganzen Land begleitet werden soll.

Promi-Spenden für die Aktivisten

Diverse Prominente der Unterhaltungsbranche unterstützen die jungen Aktivisten - nicht nur moralisch, sondern teils auch finanziell. Schauspieler George Clooney, Regisseur Steven Spielberg und Talk-Queen Oprah Winfrey sagten Spenden von je einer halben Million Dollar zu.

Einige der Schüler sind bereits zu landesweiter Berühmtheit gelangt. Cameron Kasky erfand den #NeverAgain-Slogan.

Der 17-jährige David Hogg filmte noch während des Massakers Interviews mit Mitschülern, mit denen er sich in einem Schrank versteckt hatte.

18-Jähriger überlebt zweiten Amoklauf

Der Schüler Ryan Deitsch ist zwar erst 18 Jahre alt, musste aber schon zwei Amokläufe miterleben. Er will von Rubio wissen, warum es die Opfer sind, die sich wehren müssen?

Legende: Video Ryan Deitsch: «Warum müssen wir uns wehren?» abspielen. Laufzeit 1:01 Minuten.
Vom 22.02.2018.

Rede unter Tränen

Und die 18-jährige Emma Gonzalez hielt eine Rede unter Tränen, die grossen Widerhall fand. Darin prangerte sie Politiker an, die Spenden von der NRA (National Rifle Association) angenommen haben: «Schande über Euch!» rief sie aus.

Legende: Video Wutrede einer Schülerin erobert Netz abspielen. Laufzeit 0:45 Minuten.
Vom 18.02.2018.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Willy Boller (Willy Boller)
    Ich finde es absolut super, dass sich nun endlich junge AmerikanerInnen gegen dieses idiotische Waffengesetz auflehnen. Ich hoffe, dass sie genügend Durchhaltewillen und Ausdauer haben, um bei diversen PolitikerInnen ein Umdenken zu erreichen. Auf jeden Fall wünsche ich ihnen vollen Erfolg. Hoffentlich erreichen die Jungen das, was die alten Politiker nicht für notwendig finden.
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  • Kommentar von Steve Rasmussen (rast)
    Mal eine andere Meinung: Das Townhall war eine Demonstration von Ignoranz und Perversion wie Ich sie noch nie gesehen habe. Rubio mit dem Mörder auf eine Stufe zu stellen ist widerlich. Es sind Aussagen traumatisierter Kinder, okay. Ich fasse es aber nicht, wie CNN es wagen kann, schamlos derart Hass zu schüren. Und ja, mir ist klar, es gibt hier Leute die halten das für "den Umständen angemessen". Ich behaupte aber, NIEMAND der dieser Meinung ist, hat sich jemals mit der Gegenseite beschäftigt.
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  • Kommentar von Thomas Buri (weder schwarz noch weiss)
    liebes SRF-Team...denkt ihr wirklich der Titel ist geschickt gewählt? Meiner Ansicht nach könnte man dadurch den Eindruck bekommen es sei im Interesse der traumatisierten Teenager Berühmheit zu erreichen... Ich denke die entsprechenden Protagonisten würden noch so gerne darauf verzichten, hätten sie dadurch die damit verbundene Erfahrung nicht gemacht
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