Zum Inhalt springen
Inhalt

International Nach strapaziöser Flucht kommt die Kälte

Regen, Wind und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt: Der Winter naht und der Flüchtlingsstrom reisst nicht ab. Die Witterung macht den Flüchtlingen auf der Balkan-Route schwer zu schaffen. Und die Kälte wird auch in den Flüchtlingszelten in Europa immer mehr zum Problem.

Flüchtlinge eine Schlange stehend und unter einer Plane.
Legende: Die Kälte macht den Flüchtlingen – hier in Berlin – zu schaffen. Keystone

Wenn die Flüchtlinge in Deutschland angekommen sind, dann macht ihnen die Kälte zu schaffen. Die Erstaufnahmestellen sind völlig überlastet, so auch diejenige von Halberstadt in Sachsen-Anhalt. Rund 500 Flüchtlinge müssen deshalb in Zelten leben.

«Manchmal passiert es, dass nachts der Treibstoff ausgeht, dann wird es im Zelt sehr schnell sehr kalt und wir frieren», berichtet ein Flüchtling aus Syrien in «10vor10», der mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in einem mit Diesel beheizten Zelt leben muss.

Den Behörden ist bewusst, dass die Zelte für den Winter nichts taugen. Der Stabsleiter Lutz Georg Berkeling dazu: «Wir haben nachts einen Bedarf von 1400 Litern Diesel, der per Hand nachgefüllt werden muss.» Unbürokratisch und in Windeseile baut Sachsen-Anhalt jetzt Holzhäuser.

Hilfe entlang der Balkan-Route

Auch in der Schweiz müssen Flüchtlinge teilweise in Zelten wohnen – etwa im Kanton Bern. Die Flüchtlinge sollen voraussichtlich bis Mitte Dezember in den Armeezelten bleiben. Diese sind beheizt – in jedem Zelt wohnen maximal 15 Personen. Der Kanton Bern betont, dies sei nur eine Übergangslösung.

Legende: Video Flüchtlinge leiden unter kaltem Wetter abspielen. Laufzeit 03:46 Minuten.
Aus 10vor10 vom 14.10.2015.

Entlang der Balkan-Route sind verschiedene Hilfsorganisationen im Einsatz. Im ungarischen Hegyeshalom bekommen die Flüchtlinge Unterstützung von rund 30 freiwilligen Helfern der Aktion «Tsüri hilft». Sie haben in der Schweiz 17 Tonnen Kleider für die Flüchtlinge gesammelt – und verteilen diese hier rund um die Uhr auf einem Parkplatz, kurz vor der Grenze zu Österreich. Tausende Flüchtlinge kommen hier täglich vorbei. Vielen macht die Kälte bereits zu schaffen.

Auch weiter südlich auf der Balkanroute, an der griechisch-mazedonischen Grenze in Idomeni, beginnt das Wetter langsam umzuschlagen. Freiwillige verteilen dort Regen-Pelerinen. Ob in Griechenland, in Ungarn oder Deutschland – kalt wird es für die Flüchtlinge bald überall. In der Schweiz sammeln die Menschen deshalb weiter warme Kleider.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Nichts gegen Flüchtlinge, sie brauchen unsere Hilfe bis abgeklärt ist, ob sie bleiben dürfen. Flüchtlinge kosten auf Jahre hinaus sehr viel Geld. Auch in der Schweiz und D gibt es viele arme Menschen, darunter auch Rentner. Da hat der Staat für die eigenen Bürger kein Geld, kleine Rente und leben mit dem Existenzminimum. Aber das interessiert die Politiker nicht. Finde ich traurig.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Ich finde es sehr traurig, dass man diese Menschen so im Regen stehen lässt. Zelte eignen sich nun mal nicht für den Winter. In D gibt es viele leerstehende Häuser und Fabrikgebäude. Die hätte man provisorisch einrichten können und heizen. Auch die vielen Menschen die noch auf der Flucht in den Balkanländern anstehen, was wird mit ihnen wenn der Winter kommt. So lange auf der Flucht und alleingelassen. Viele, besonders Kindern werden krank. Erschütternd solche Schicksale.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christa lohmann (Saleve2)
    Wo bleibt denn die Umverteilung in Europa...Ach ich vergass , 19 wurden bereits ausgeflogen.. ich bin für eine strenge Regelung und Rückführung in ihre Heimatländer bei Migranten. Aber man kann doch die Flüchtlinge nicht einfach dem Wetter überlassen und jammern, wie schlimm das ist. Der Gedanke alleine ist kaum noch zu ertragen..immer neue Ideen, wie man das machen könnte, aber keine wirkliche Hilfe und zügiges Handeln. Es könnten längst Lager mit heizbaren Unterkünften stehen für Flüchtlinge
    Ablehnen den Kommentar ablehnen