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Nach Wiederwahl in Venezuela Maduro bleiben nur noch wenige Freunde

Legende: Audio Maduro sieht sich mit breiten Sanktionen konfrontiert abspielen. Laufzeit 1:38 Minuten.
1:38 min, aus HeuteMorgen vom 22.05.2018.
  • Nach der umstrittenen Präsidentenwahl in Venezuela ist der wiedergewählte Präsident Nicolás Maduro mit breiten Sanktionen konfrontiert.
  • Die USA und 14 lateinamerikanische Staaten ergreifen Massnahmen gegen das Regime, weil sie die Wahl als nicht demokratisch ablehnen.
  • Die EU dürfte nachziehen.

Dem wiedergewählten Nicolás Maduro bleiben nur noch wenige Freunde: Glückwünsche zur Wahl gab es von Bolivien, Kuba und El Salvador – also von links regierten Ländern. Auch der russische Präsident Wladimir Putin schickte ein Telegramm. Und China betonte, das Wahlergebnis müsse respektiert werden.

Sanktionen der USA

Dagegen verschärften die Vereinigten Staaten umgehend ihre Sanktionen gegen Venezuela. Präsident Donald Trump verbot in den USA den Erwerb von venezolanischem Staatseigentum. Es sei zu vermeiden, dass Venezuela Aktiven veräussere, die später für den Wiederaufbau des zerrütteten Landes notwendig seien, hiess es dazu. Bereits früher verhängte Wirtschaftssanktionen Washingtons gegen Venezuela bleiben in Kraft.

Die Europäische Union fror Ende letzter Woche allfällige Konten der Nummer zwei des venezolanischen Regimes ein – und dürfte weitere Massnahmen folgen lassen. 14 lateinamerikanische Länder – darunter Argentinien, Brasilien und Mexiko – rufen ihre Botschafter zu Konsultationen zurück. Sie anerkennen Maduros Wiederwahl nicht.

Stimmenkauf und Beeinflussung der Bürger?

Undemokratische Wahlen: Das ist der Hauptvorwurf der Länder, die jetzt Sanktionen gegen Venezuela ergreifen. Zwei Wahlgegner Maduros sprachen von Stimmenkauf und Beeinflussung der Bürger durch den Machtapparat. Einzelne Parteien und Persönlichkeiten der bürgerlichen Opposition durften an der Wahl gar nicht teilnehmen.

Teile der Regimegegner riefen deshalb zum Wahlboykott auf. Zuletzt war mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten nicht an den Urnen erschienen.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Jakob Tschudi (Jake7)
    Tatsache ist, dass der Ablauf dieser Abstimmung in Venezuela ebenso transparent und fälschungssicher war wie zum Beispiel die Parlamentswahl 2015, die von der Opposition gewonnen wurde. Denn es ist schlicht nicht vorstellbar, wie Ergebnisse manipuliert werden sollten, da auch die Vertreter der Oppositionsparteien in jeder Phase Einblick in den Ablauf und sogar die einzelnen Wähler Kontrollmöglichkeiten hatten. Aber hier will man uns weismachen, die Wahlen seien "umstritten" gewesen...
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  • Kommentar von Michael Räumelt (Monte Verita)
    Es ist ein altbewährtes Sozialisten-Mittel: Wenn es im Innern des Landes kriselt, dann sucht man einen äußeren Feind. Und schon hat man seine Anhänger wieder hinter sich vereint. Maduro sieht die Schuld an der Krise des Landes im Ausland, bei den Kapitalisten und Imperialisten à la DDR.. denn sie seien dafür verantwortlich, dass Venezuela in die Wirtschaftskrise geraten ist.
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Naja, so richtig Erfolgreich ist kein Land im Hinterhof der USA.
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    2. Antwort von Daniel Bucher (DE)
      Wo war der Sozialismus bisher erfolgreich und erst noch nachhaltig? Nirgends.
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    3. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Egal, ob den USA die Staatsform in einem anderen Land passt oder nicht - Sanktionen sind Krieg gegen die armen Leute, und das gehört sich nicht. Schon viel zu oft wurde NACHWEISLICH aus den USA in verschiedenen lateinamerikanischen Staaten interveniert - immer zum Nachteil der betroffenen Staaten. Jeder Staat soll selber entscheiden dürfen über seine Staatsform, über seinen Präsidenten und über seine Freundschaften. PS. Ich finde, das sozialistische China ist ganz schön erfolgreich - Sie nicht?
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Venezuela hat Öl - und Uncle Sams`s Investoren wollen das endlich privatisiert wissen. Deshalb wird der Druck auf das venezolanische Volk erhöht - und nicht aus Liebe oder für mehr Menschenrechte.
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    1. Antwort von Daniel Bucher (DE)
      Bitte bei den Tatsachen bleiben: Die Kurze Blütenzeit des Sozialismus in Venezuela war nur möglich, weil gerade eben die privaten Investoren enteignet wurden und die Ölproduktion verstaatlicht wurde. Der schnelle Gewinn ist verteilt und nicht nachhaltig. Kein Wunder will jetzt niemand mehr in dieses unsichere Land investieren. Bei dieser Misswirtschaft geht das Land immer weiter den Bach ab.
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    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      @DE. Jede Volkswirtschaft ginge den Bach runter, wenn Sanktionen greifen. In sozialistischen Systemen sind sicher viele Fehler gemacht worden - aber in kapitalistischen Systemen nicht weniger. Sanktionen sind Krieg gegen die armen Menschen. Die Inflation wird angekurbelt, Lebensmittel und Medikamente werden unerschwinglich. Der "schnelle Gewinn" passiert im Kapitalismus, nicht im Sozialismus.
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