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International Nato-Manöver auf ukrainischem Boden löst Irritationen aus

Die Ukraine kommt nicht zur Ruhe. Für neue Aufregung sorgt ein Manöver von Nato-Staaten im Westen des Landes. Obwohl das aktuelle Kampfgebiet rund 1200 Kilometer vom Truppenübungsgelände entfernt liegt, sieht Russland die Aktion als klare Provokation.

Inmitten neuer Gewalt in der Ostukraine haben mehrere Nato-Staaten unter Führung der USA ein Manöver im Westen des Landes gestartet. «Augenblicklich steht uns ein Gegner mit einer der mächtigsten Armeen der Welt und Atomwaffen gegenüber», sagte der ukrainische Oberst Alexander Siwak am Montag zu Beginn mit Blick auf Russland. Die Führung in Kiew sieht das Nachbarland als «Aggressor».

Der ukrainische Verteidigungsminister Waleri Geletej hatte am Sonntag gesagt, sein Land werde von Nato-Staaten «auch mit tödlichen Waffen» beliefert. Details nannte er nicht.

Die deutsche Bundesregierung ist nach eigenen Angaben nicht über solche Lieferungen informiert. «Wir haben keine Hinweise oder Erkenntnisse, dass Nato-Staaten die Ukraine mit Waffen unterstützen», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Russland, das selbst eine Reihe von Manövern mit tausenden von zusätzlichen Soldaten an der ukrainischen Grenze abhielt, kritisiert seinerseits die Präsenz der rund 1200 Soldaten aus 15 Staaten als Provokation angesichts des Konflikts in der Ostukraine. Das Kampfgebiet liegt rund 1200 Kilometer vom Übungsgelände entfernt.

Tweet von @USNATO

Geübt würden unter anderem die Entschärfung improvisierter Sprengsätze sowie die Organisation von Patrouillen.

Im Krisengebiet Donbass kämpfen ungeachtet einer offiziellen Waffenruhe ukrainische Regierungstruppen und prorussische Separatisten gegeneinander. Angesichts der instabilen Situation berief Russlands Präsident Wladimir Putin in Moskau den Sicherheitsrat ein.

«Gespräche machen derzeit keinen Sinn»

Der Kremlchef habe mit dem Gremium auch über die negativen Folgen des EU-Ukraine-Partnerschaftsabkommens für Russland gesprochen, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow nach Angaben der Agentur Interfax.

Moskau befürchtet schwere Nachteile für seine Wirtschaft. Regierungschef Dmitri Medwedew sagte, Russland behalte sich Schutzmassnahmen wie Importzölle vor, falls das Freihandelsabkommen zwischen der EU und der Ukraine früher als derzeit geplant Ende 2015 in Kraft trete.

Wegen der andauernden Spannungen in der Konfliktzone schloss Separatistenführer Alexander Sachartschenko ein baldiges erneutes Vermittlungstreffen mit der Ukraine-Kontaktgruppe aus. «Der Beschuss der Städte durch die Armee dauert an, Gespräche machen derzeit keinen Sinn», sagte er. Sachartschenko kritisierte ebenfalls das Manöver.

Hintergrund der Übung

  • 1200 Soldaten aus der Ukraine und 14 weiteren Nato-Staaten nehmen teil.
  • Trainiert wird in der Nähe der westukrainischen Grossstadt Lwiw (Lemberg).
  • Die Übung unter dem Namen «Rapid Trident» findet nach Angaben des US-Militärs auf Wunsch der ukrainischen Regierung statt.
  • «Rapid Trident» dauert bis 26. September und wird seit 1994 jährlich durchgeführt.

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83 Kommentare

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  • Kommentar von P.Eigenmann, KT.ST.Gallen
    So So Frau Belg was schreiben sie schon wider.????????!!!!!!!!
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  • Kommentar von Marcel Chauvet, Neustadt
    Gottlob haben die Putin-Apologeten politisch gesehen absolut nichts zu vermelden. Putin würde sonst immer noch impertinenter und provokativer. Die Gasse betrachtet er als seine Universität, ein solcher Umgang mit der zivilisierten Welt darf man ihm allerdings nicht durchgehen lassen. Böse Gassenbuben mussten früher mal damit rechnen, dass Erziehungsberechtigte von ihrem Züchtigungsrecht Gebrauch machten.
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    1. Antwort von M. Keller, Thurgau
      M.C: finden Sie es nicht etwas irritierend, das man Russland mit Sanktionen bekleistert, weil russische Truppen IN Russland Übungen abhalten, jene Sanktionen verschärft weil Poroschenko sagt rus. Truppen seinen in der Ukraine (was sich Tags darauf als falsch rausstellte), aber die NATO hochoffiziel _IN_ der Ukraine übt? Wenn sie sowas lesen stellt sich bei Ihnen wirklich nicht der geringste Zweifel ein? Naja, es gibt auch Stimmen die behaupten, der 1. Weltkrieg "sei einfach so" ausgebrochen...
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  • Kommentar von Marcel Chauvet, Neustadt
    Hybrider Kriegsführung durch Putin folgen in konsequenter Weise hybride Waffenlieferungen an die Ukraine. Der Westen müsste ja mit dem Klammerbeutel gepudert sein, würde er gegenüber den Lügenbolden in Moskau auch nur das geringste zugeben. Putin und seine ultrarechten Neusowjetrussen werden sich daran gewöhnen müssen; natürlich auch daran, dass die Ukraine die Fuchtel Neusowjetrusslands strikt ablehnt und souverän auch Manöver auf eigenen Territorium abhalten kann,egal mit wem.
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    1. Antwort von Mike Gugelmann, Spiez
      M.Chauvet, könnten sie ihre wirren Kommentare ausnahmsweise mit Fakten belegen. Nicht? Sie haben schon richtig gelesen oder, es ist nicht Putin der in seine Armee in fremden Ländern üben lässt. Die Nato ist ein westliches Bündnis, falls sie da nicht ganz auf dem laufenden sind.
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    2. Antwort von Marcel Chauvet, Neustadt
      @Gugelmann: Diese NATO Manöver wurden zusammen mit der Ukraine längst geplant und werden jetzt durchgeführt. Oder muss man da Ihrer Auffassung nach den Putin vorher fragen oder was wollen Sie eigentlich zum Ausdruck bringen? Kommt mir so vor, als ob manche Leute nur rumstänkern wollen.
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