«Nemo» hinterlässt eine dicke Schneedecke

Schneesturm «Nemo» ist über die US-Ostküste hinweggefegt und hat eine dicke Schneedecke hinterlassen. Hunderttausende Menschen waren zeitweise ohne Strom und Heizung – die schlimmsten Befürchtungen aber sind nicht eingetroffen.

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Schneesturm «Nemo» legt US-Ostküste lahm

2:08 min, aus Tagesschau vom 9.2.2013

Aufatmen an der US-Ostküste nach dem Durchzug von «Nemo»: Der Wintersturm hat zwar eine dicke Schneedecke über die gesamte Region zwischen Maine und New Jersey gelegt, aber die schlimmsten Vorhersagen sind nicht eingetroffen.

Metropolen wie Boston und New York kamen glimpflich davon. Schlimmer traf es ländliche Regionen besonders in Massachusetts und Connecticut, wo hunderttausende Menschen zeitweise ohne Strom und Heizung waren. Einige Küstenregionen in Massachusetts mussten wegen Überschwemmungen evakuiert werden. Mindestens vier Menschen kamen ums Leben.
 
Meteorologen hatten im Vorfeld gewarnt, der Sturm könne möglicherweise historische Ausmasse haben, sehr viele Menschenleben kosten und das öffentliche Leben über Tage lahmlegen. Doch schon am Samstag zeigte sich vielerorts wieder die Sonne, nachdem «Nemo» auf den Atlantik hinausgezogen war. Flughäfen nahmen den Betrieb wieder auf, Räumtrupps nahmen Strassen und Autobahnen in Angriff. «Wir haben Glück gehabt», sagte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg und sein Kollege aus Boston, Thomas Menino, sah das ähnlich. «Ich bin froh, berichten zu können, dass die Stadt den Sturm bislang gut überstanden hat.»

Der Wintersturm «Nemo» war in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) mit heftigen Schneefällen und starken Windböen über den Nordosten der USA hinweggerollt und hatte das öffentliche Leben zeitweise lahmgelegt. Mehr als 650'000 Haushalte und Betriebe waren ohne Strom – und viele bei eisigen Temperaturen auch ohne Heizung.

Auf Autobahnen und Strassen ging nichts mehr, die Sicht war wegen des wirbelnden Schnees auf wenige Meter reduziert. Innenstädte von Metropolen wie New York und Boston wirkten zeitweise wie verwaist. Der Schnee türmte sich in einigen Gegenden bis auf fast 90 Zentimeter.

Für fünf Nordost-Staaten war der Ausnahmezustand ausgerufen worden: Massachusetts, New York, Connecticut, Maine und Rhode Island. 5000 Nationalgardisten wurden alarmiert, einige Küstenstädte sollten evakuiert werden. Für den gesamten Bundesstaat Massachusetts war vorübergehend ein Fahrverbot verhängt worden. Dieses wurde jedoch wieder aufgehoben.

Mehrere Swiss-Flüge annulliert

In der Sturm-Region wurden rund 5400 Flüge und alle Zugverbindungen gestrichen. Mehr als 60 Flughäfen seien betroffen, meldete die Webseite «Flight Aware». Der Bostoner Logan Airport bleibe wegen Schneehöhen um die 30 Zentimeter bis Sonntag geschlossen, berichtete CNN. Auch auf den New Yorker Flughäfen Newark und La Guardia waren einige Abflüge und Landungen abgesagt worden.

Auch Flüge aus der Schweiz wurden annulliert oder verschoben. Ein Flug von Zürich nach New York und ein weiterer von Zürich nach Boston wurde gestrichen. In die andere Richtung waren fünf Flüge zwischen der US-Ostküste und Zürich ausgefallen. Auch zwei Flüge nach Genf wurden annulliert. Hingegen konnten alle vier von Genf abgehenden Flüge durchgeführt werden, wenn auch teilweise mit Verspätung.

Entlang, wo «Sandy» wütete

Die Stromausfälle trafen auch Gebiete, die bereits vor drei Monaten vom Hurrikan «Sandy» verwüstet worden waren. Damals kamen mehr als 100 Menschen ums Leben. Hunderttausende waren wochenlang ohne Strom.

Der Blizzard könnte zudem zu Überflutungen führen. Sie sollten nach Ansicht von Experten jedoch weniger schlimm als bei «Sandy» ausfallen.