Netanjahu weist Chinas Kritik zurück

Die israelischen Luftangriffe in Syrien überschatten den Besuch von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu in China. Mit Blick auf den Palästina-Konflikt fordert Peking eine friedliche Lösung des Konflikts. Der verfügte Siedlungsstopp könnte ein erster Schritt auf dem Weg dahin sein.

Nach Chinas Kritik wegen der israelischen Angriffe in Syrien hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Shanghai das Recht seines Landes auf Verteidigung bekräftigt.

Vor seinen Gesprächen mit der chinesischen Führung besuchte er in der ostchinesischen Hafenstadt das jüdische Viertel und eine Synagoge. Er dankte China für den Schutz jüdischer Flüchtlinge während des Zweiten Weltkrieges. Tausend Juden hatten vor 70 Jahren in Shanghai Zuflucht suchen müssen.

«Heute haben wir einen eigenen Staat, eine eigene Armee», sagte Netanjahu. «Wir müssen nicht darum bitten, gerettet zu werden. Wir können uns selbst verteidigen.»

Neue Friedenshoffnung dank Siedlungsstopp?

Regierungschef Li Keqiang hatte zuvor betont, dass China seinen Einfluss nutzen wolle, um auf eine friedliche Lösung des Konflikts hinzuarbeiten. Am Montag hatte sich Li mit Palästinenserpräsident Abbas getroffen.

Unterdessen soll Benjamin Netanjahu einen Ausbaustopp von Siedlungen angeordnet haben. Ausschreibungen für neue israelische Siedlerhäuser seien auf Eis gelegt worden, berichtet das Armeeradio. Nach Informationen der Zeitung «Haaretz» soll der Baustopp allerdings nur bis Mitte Juni gelten.