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International Neue Eskalation in der Ostukraine

Die heftigsten Kämpfe wurden in der Ortschaft Marjinka gemeldet. Dabei wurde auch verbotene schwere Kriegstechnik eingesetzt. Brüssel und Berlin warnen vor einem Rückfall in die militärische Eskalation. Doch andererseits ist mit Verlusten zu rechnen.

Legende: Video Gefechte in der Ukraine abspielen. Laufzeit 1:10 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.06.2015.

Bei den schwersten Gefechten seit Beginn der Waffenruhe sind mindestens 20 Menschen getötet worden. Das berichten die ukrainische Armee sowie die von Russland unterstützten Separatisten. Die meisten Opfer gab es in der Nähe der Stadt Marjinka. Diese wird von Regierungstruppen gehalten.

Ein in Flammen stehendes Gebäude wird von einem Feuerwehrmann gelöscht. Dichter Rauchschwaden steigen empor.
Legende: In der Ukraine sind wieder heftige Kämpfe aufgeflammt. Reuters

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, OSZE, bestätigte den Einsatz verbotener schwerer Waffen. Die Separatisten hätten schwere Artillerie im Gebiet Donezk bewegt, teilte die Organisation mit. Die ukrainische Militärführung habe sie zudem informiert, einen Angriff der Aufständischen mit schweren Geschützen erwidert zu haben. Mitte Februar hatten sich die Konfliktparteien in Minsk darauf geeinigt, schwere Kriegstechnik von der Frontlinie abzuziehen.

Gegenseitige Anschuldigungen

Die Konfliktparteien machen sich gegenseitig für die Eskalation der Kämpfe verantwortlich. Nach Darstellung der Regierung versuchen die Separatisten, Stellungen der Armee bei Marjinka einzunehmen.

Karte Ukraine
Legende: Vor allem um die Stadt Marjinka gab es viele Opfer durch Gefechte. SRF

Die Rebellen erklärten, sie hätten Marjinka nicht angegriffen. Vielmehr habe das Militär von den Rebellen gehaltene Gebiete bei Donezk unter Beschuss genommen.

Brüssel und Berlin warnen

Derweil sich die Konfliktparteien gegenseitig beschuldigen, schlägt die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini Alarm. Die jüngsten Zusammenstösse rund um die Ortschaft Marjinka seien die schwerwiegendste Verletzung der im Minsker Friedensplan vereinbarten Waffenruhe seit Februar.

Sowohl Brüssel als auch Berlin appellieren an die Adresse der Separatisten sich an die getroffenen Vereinbarungen zu halten, ansonsten drohe ein Rückfall in die militärische Eskalation.

Truppeneinsatz ermöglicht

Das ukrainische Parlament hat derweil per Gesetz den Einsatz internationaler Friedenstruppen im Land ermöglicht. 240 Abgeordnete stimmten zu, 14 Parlamentarier mehr als nötig. Damit werden auch Kampfeinsätze möglich, berichteten Medien. Erforderlich ist aber ein Mandat der EU oder der UNO.

Die prowestliche Regierung in Kiew hatte sich mehrfach an die EU und den UNO-Sicherheitsrat gewandt, mit der Bitte, Soldaten für einen Einsatz etwa entlang der russischen Grenze im Separatistengebiet zu entsenden.

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75 Kommentare

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  • Kommentar von P.Fetz, Zürich
    Proschenko hat am Montag noch gesagt das sein Militär jetzt aufgerüstet ist und nicht mehr so schwach wie vor Monaten! Soviel zu Waffenlieferungen die es nicht gibt aber er bekommen hat und darum den Angriff!
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  • Kommentar von Susanne Lüscher, Gossau
    Wenn schon denn schon: nicht nur, die von Russland unterstützten Separatisten sondern auch, die von den USA unterstützte ukrainische Armee. Letzteres konnte man immerhin von den USA selber hören. Ersteres müsste heissen: die vermutlich von Russland unterstützten Separatisten. Wobei die Ukraine hier wieder einmal gegen Minsk2 verstösst.
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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    ange wurde über die Aufrüstung in der Ukraine, durch US-Ausbildner und Söldner, berichtet. Jetzt wundert man sich, dass der Krieg aufflammt. Merkel hatte zu Beginn dieses Jahres gesagt :"Dieser Krieg ist militärisch nicht zu gewinnen. Ich muss das leider so hart sagen". Putin wird allem Aufrüsten der Ukraine etwas entgegensetzen. Auch er hatte das gesagt. Warum hören die Menschen nicht auf diese Worte? Hier geht es weder um Demokratie, noch um Freiheit, sondern um das geopolitische Schachbrett..
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