Neuer Hoffnungsschimmer im Nahen Osten

Versöhnliche Töne: Präsident Peres hat seinen palästinensischen Kollegen Abbas zur Wiederaufnahme von Verhandlungen aufgefordert. Auch US-Aussenminister Kerry animierte beide Konfliktparteien zu gemeinsamen Verhandlungen. Doch Abbas lässt sich vorerst nicht in die Karten schauen.

Der israelische Präsident Schimon Peres hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zur Rückkehr an den Verhandlungstisch eingeladen. «Lieber Freund Präsident Abbas», sagte Peres beim Weltwirtschaftsforum in Jordanien, «setzen wir uns zusammen.» Er werde überrascht sein, wie viel in direkten Gesprächen erreicht werden könne, fügte Peres hinzu.

Abbas hatte zuvor Israel aufgerufen, sich aus den im Sechstagekrieg eroberten Gebieten zurückzuziehen. Dann werde Israel entsprechend der Friedensinitiative der Arabischen Liga von allen islamischen Staaten anerkannt werden.

Der Palästinenserpräsident wiederholte nicht ausdrücklich seine bisher genannten Bedingungen für Verhandlungen, verzichtete aber auch nicht auf sie. Es geht um einen israelischen Siedlungsstopp und die Anerkennung der Grenzen von 1967. Einer Interimslösung erteilte Abbas eine Absage.

«Die Palästinenser können ihren Staat nur durch Verhandlungen erreichen», sagte Kerry. Auch er weilte bei dem Treffen. Kerry hob das enorme wirtschaftliche Potenzial Israels, eines möglichen künftigen Palästinenserstaates und Jordaniens hervor, sobald der Konflikt beendet sei.