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International Neuer Mordprozess gegen Amanda Knox

Der Mordprozess um den «Engel mit den Eisaugen» geht in eine dritte Runde: Das höchste italienische Gericht hat den Freispruch für die amerikanische Studentin Amanda Knox und ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito aufgehoben. Ein neuer Prozess ist nun nötig.

Legende: Video «Anwalt von Knox kommentiert das Urteil (engl.)» abspielen. Laufzeit 0:26 Minuten.
Vom 26.03.2013.

Amanda Knox – wegen ihres Aussehens auch «Engel mit den Eisaugen» genannt – und ihrem Ex-Freund Raffaele Sollecito war vorgeworfen worden, die britische Studentin Meredith Kercher 2007 bei Sexspielen getötet zu haben.

2009 waren Knox und Sollecito schuldig gesprochen und zu 26 und 25 Jahren Haft verurteilt worden.

Doch nicht unschuldig?

Im Berufungsverfahren im Herbst 2011 äusserten unabhängige Experten jedoch ernsthafte Zweifel an den DNA-Tests, die in erster Instanz zur Verurteilung von Knox und Sollecito geführt hatten. Die beiden Angeklagten hatten stets ihre Unschuld beteuert. Das Urteil wurde denn auch in zweiter Instanz aufgehoben und die beiden freigesprochen.

Dagegen hatten die Familie des Opfers und die Staatsanwaltschaft von Perugia Berufung eingelegt. Nun hat das höchste italienische Gericht angeordnet, dass ein neuer Prozess geführt werden müsse.

Knox, die direkt nach dem Freispruch in ihre Heimat Seattle zurückgekehrt war, und Sollecito waren bei der Verhandlung nicht anwesend. Offen ist, ob sie zu einem neuen Prozess in Italien erscheint. Der neue Prozess soll nicht wieder in Perugia, sondern in Florenz stattfinden, entschied das Kassationsgericht.

Knox sagte in einer Stellungnahme, die Theorie der Staatsanwaltschaft, sie sei am Mord an Kercher beteiligt gewesen, sei «völlig unbegründet und unfair». Sie werde den grundlosen Anschuldigungen erhobenen Kopfes begegnen.

«Man glaubt mir immer noch nicht», sagte Knox im Gespräch mit ihren Rechtsanwälten. Sie habe in den USA eine schlaflose Nacht in Erwartung des Urteils verbracht. Auch der in Verona studierende Sollecito habe auf einen Schlussstrich im Fall gehofft, sagte der 29Jährige laut seinem Verteidiger Luca Mauri.

Lange Beratungen

Die Rechtsanwälte der Familie Kercher begrüssten das Urteil. «Ich hatte Vertrauen in die Kassationsrichter. Der Freispruch von Knox und Sollecito war das Resultat von zu vielen Fehlern», sagte Francesco Maresca, Verteidiger der Familie Kercher. Staatsanwalt Luigi Riello sagte: «Die Kassationsrichter haben eingesehen, dass unser Rekurs gegen den Freispruch Fundament hatte.»

Das Gericht hatte am Montag ungewöhnlich lange beraten und nicht, wie zunächst angenommen, bis zum Abend das Urteil gefällt. Die Staatsanwaltschaft hatte argumentiert, die Richter hätten in dem Berufungsverfahren mit dem Freispruch «den Kompass verloren». Eine Urteilsbegründung lag am Dienstag noch nicht vor.

Mittäter im Gefängnis

In Haft sitzt der Ivorer Rudy Guede – jedoch wegen Mittäterschaft und nicht wegen Mordes. Er wurde zu 16 Jahren Haft verurteilt, die vom Kassationsgericht bestätigt worden waren.

Bestätigt hat das oberste Gericht zudem die Verurteilung von Knox zu einer dreijährigen Haftstrafe wegen Verleumdung des Barmannes Patrick Lumumba. Sie hatte ihn zunächst der Tat bezichtigt. Diese Strafe ist definitiv, Knox hat sie aber bereits in U-Haft abgesessen.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Rosen, Erlenbach
    In ihrem Heimatland würde sie zwar ähnlich zweifelhaften Verfahrensformen unterlegen sein wie in Italien - in diesem Fall jedoch ist sie "glücklicherweise" in den USA. Es ist zwar ärgerlich, bei einer evt. Verurteilung nie mehr nach Europa reisen zu können. Aber besser als 25 Knast in Italien allemal. Ausserdem - Asien und Lateinamerika sind ja auch schöne Destinationen. Oder glaubt die ital. Staatsanwaltschaft wirklich, dass sich Frau Knox freiwillig ausliefert?
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    1. Antwort von Daniel Frick, Luzern
      Schön wenn man immer auf andere Länder zielen kann und dabei die Fehler der eigenen Justiz ausblendet gell?
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    2. Antwort von Max Friedrich, Zürich/Berlin
      @Frick: In dieser Disziplin ist die Schweiz Weltmeister das wissen Sie schon gell ?.
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  • Kommentar von franz schleiniger, montecatini/italien
    Einmal mehr zeigt sich die schlampige Beweisaufnahme am Tatort und die Unfähigkeit des Gerichtes in Perugia. Alle Prozesse welche Medial so von "Interesse" sind, werden zur Show. Polizei, Anwälte, das Gericht drängt sich förmlich vor die Kamera und vergisst die eigentliche Aufgabe. Der Fall hat übrigens einen rechtskräftig verurteilten Mörder. Die Frage stellt sich nur, ob Beihilfe geleistet wurde. Amanda Knox wird keinen Fuss mehr auf italienisches Gebiet machen.
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