Neues Bootsunglück im Mittelmeer

Erneut könnten bis zu 40 Migranten im Mittelmeer ertrunken sein. Wie Überlebende eines gesunkenen Schlauchbootes berichteten, sollen mehrere Menschen vor und während der Rettungsaktion ins Wasser gestürzt sein. Laut der italienischen Küstenwache wurden bisher keine Leichen gefunden.

Rettung von Migranten nahe der libyschen Küste.

Bildlegende: Insgesamt sollen 120 Menschen an Bord des Schlauchbootes gewesen sein. 80 Migranten wurden gerettet. Keystone/Symbolbild

Bei einem neuen Bootsunglück im Mittelmeer könnten möglicherweise bis zu 40 Migranten ertrunken sein. Das hätten etwa 80 Überlebende berichtet, die von einem sinkenden Schlauchboot vor der Küste Libyens gerettet worden seien, sagte Federico Fossi, Sprecher des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Italien.

Keine Bestätigung durch die Küstenwache

Die italienische Küstenwache konnte bislang nicht bestätigen, dass sich ein Unglück ereignet hat. «Das sind die Berichte der Überlebenden, es wurden keine Leichen gefunden», sagte ein Sprecher.

Die mehrheitlich aus dem südlichen Afrika stammenden Überlebenden waren vom deutschen Marine-Schiff Holstein nach Sizilien gebracht worden. Ihren Angaben zufolge war das Schlauchboot mit etwa 120 Menschen an Bord am Mittwoch von Libyen aus gestartet.

Schon nach kurzer Zeit hätte es Luft verloren, woraufhin die Migranten einen Hilferuf absetzten. Dann seien die ersten Menschen ins Wasser gestürzt, weitere bei einer Rettungsaktion durch ein Handelsschiff, berichtete der UNHCR-Sprecher unter Berufung auf Zeugen.