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Neues Datenleck Auch Schweizer Firmen in «Paradise Papers»

Legende: Video Datenleck «Paradise-Papers» betrifft Schweizer Firmen abspielen. Laufzeit 02:38 Minuten.
Aus Tagesschau vom 05.11.2017.
  • Nach den «Panama Papers» bringt ein neues Datenleck zu Steuertricks weltweit Politiker, Prominente und Konzerne unter Druck.
  • Nach Angaben des internationalen Journalistennetzwerks (ICIJ) geht es um Briefkastenfirmen von einer Anwaltskanzlei auf den Bermudas und einer Firma in Singapur.
  • Das neue riesige Datenleck wurde von den Autoren «Paradise Papers» getauft.

Insgesamt gehe es um 13,4 Millionen Dokumente aus Steuerparadiesen, heisst es. In diesen tauchten die Namen von mehr als 120 Politikern aus fast 50 Ländern auf, dazu Unternehmer, Sportler und Unternehmer. Auch zu Geschäftspraktiken einiger Weltkonzerne gebe es Informationen.

In den Fokus rücken die Journalisten zum Beispiel US-Handelsminister Wilbur Ross. «Wir haben in den Daten zum Beispiel gesehen, dass Ross ein Geflecht von Offshore-Firmen in der Karibik betreibt. Dahinter steht eine Firma, die mit der Entourage des russischen Präsidenten Wladimir Putin handelt», sagt Oliver Zihlmann, Journalist des «Tages-Anzeigers».

Zihlmann ist einer der 381 Journalisten, die an dem riesigen Datenberg gearbeitet haben – unter grösster Geheimhaltung, und ohne zu wissen, ob all die Mühe auch wirklich Berichtenswertes zu Tage fördern würde.

Auch mindestens drei Rohstoff-Firmen mit Sitz in der Schweiz sind von den Enthüllungen betroffen. Unter anderem Glencore mit ihrer Kupfermine Katanga im Kongo. Die neuen Dokumente zeigen detailliert, mit welchen Mitteln die Firma 2008 den Preis für Schürflizenzen tief halten konnte.

«Glencore-Leck»

Das Datenleck sei vor allem auch ein «Glencore-Leck», sagt Zihlmann: «Wir sehen, dass grosse Schweizer Rohstoff-Konzerne über Offshore-Firmen ihre Geschäfte abwickeln, auch mit Afrika und auch mit Ländern, die geplagt sind von Korruption.» Das habe man im Fall von Glencore gesehen.

Wer diese Daten von der Anwaltskanzlei Appleby gehackt hat, ist nicht bekannt. «Man sieht, dass es grundsätzlich immer mehr Lecks gibt. Nicht nur im Bereich der Finanzen. Auch im Fall von Hillary Clinton, bei Wikileaks oder bei anderen Dingen», sagt Zihlmann. Entscheidend sei in solchen Fällen nicht primär das Interesse desjenigen, der die Daten liefert, sondern ob die Informationen von öffentlichem Interesse seien.

Die «Paradise-Papers» liefern neues Material für die Diskussion über Korruption und Steuervermeidung. Die Frage, ob es internationale griffigere Regeln braucht, und mehr Transparenz bei Offshore-Konstrukten, wird zweifellos erneut aufflammen.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Armin Spreter (aspre)
    Egal, ob CH-D-Fr- ... oder sonstige Bürger, alle müssen sich doch angesichts ständiger Steuervorauszahlungen etc. total - zumindest- bedrückt fühlen. Solange nicht alle europ. Staaten gemeinsam Tabularasa machen und endlich an einem Strang ziehen, lebt man mit geballter Faust in der Hosentasche. Mein Steuerberater sagte :"An die Großen kommen sie (die Finanzbehörden) nicht ran, also holt man es bei den Kleinen". Wie recht der Mann hat.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Lupenpack wohin man sehen kann - auch bei den EX so Prominenten keinen Funken Ehrlichkeit zu finden - alles schönreden und mit dem nächsten Skandal zudecken ! Pfui ihr Heuchler und Lügner - vom Bürger aber Ehrlichkeit einfordern mit brutalen Strafen ! Das nennt ihr Politiker und Anhänger dieser Politik Demokratie -ich nenne es Plutokratie !
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  • Kommentar von Frank Henchler (Fränki)
    Heute Morgen im Deutschlandfunk. Unser deutscher Ex Kanzler Schröder taucht ebenfalls dort auf. Jetzt ist er Chef im Aufsichtsrat der russischen Firma Rosneft. Passt irgendwie wie die Faust auf´s Auge.
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