Nigeria hat die Ebola-Epidemie überstanden

Frohe Botschaft: Das Land ist Ebola-frei, erklärte ein Vertreter der Weltgesundheitsorganisation WHO. Derweil rechnet die WHO mit einem Anstieg der Fallzahlen in anderen Ländern.

Video «Hoffnung im Kampf gegen Ebola» abspielen

Hoffnung im Kampf gegen Ebola

1:12 min, aus Tagesschau am Vorabend vom 20.10.2014


Nigeria ist frei von Ebola

3:16 min, aus Echo der Zeit vom 20.10.2014

«Das ist eine spektakuläre Erfolgsgeschichte, die zeigt, dass Ebola eingedämmt werden kann», erklärte die WHO. Die Weltgesundheitsorganisation hat den Ebola-Ausbruch in Nigeria offiziell für beendet erklärt.

In Nigeria hatte es 20 Erkrankte gegeben, acht davon starben, Neuansteckungen wurden seit 42 Tagen keine mehr registriert. Damit gilt die Seuche laut WHO als beendet.

Die WHO lobte Nigeria, denn das Land weist die höchste Heilungsrate auf. Der Aufwand, den das Land betrieb war riesig und gilt als beispielhaft: Überall im Land wurden Quarantäne-Zentren eingerichtet und Personen, die sich möglicherweise angesteckt hatten, wurden ausfindig gemacht und isoliert. Im ganzen Land gab es Aufklärungskampagnen.

Nur eine Schlacht gewonnen

Allerdings: Das westafrikanische Land ist weiter gefährdet, solange die Krankheit in anderen Ländern der Region weiter wütet.

Am schwersten betroffen von der Seuche sind Liberia, Guinea und Sierra Leone. Insgesamt sind bislang mehr als 4500 Menschen an Ebola gestorben (Stand 17. Oktober). Insgesamt habe man mittlerweile 9216 Fälle registriert. Für die kommenden Wochen wird mit deutlich wachsenden Fallzahlen gerechnet.

Am schlimmsten ist die Situation nach wie vor in Liberia, wo die WHO bislang knapp die Hälfte aller Infektionen und mehr als die Hälfte aller Todesfälle zählte. Es folgen Sierra Leone und Guinea. Weitere Infektionen wurden in Nigeria, Senegal, Spanien und den USA erfasst.

Ebenfalls frei von Ebola ist mittlerweile Senegal. Dort hatte es jedoch nur eine Infektion gegeben, die der Erkrankte überlebte.

EU-Hilfe koordinieren

Die EU-Aussenminister wollen die Ebola-Hilfe koordinieren. Dafür schaffen sie eigens einen entsprechenden Posten. Wer diesen übernimmt, soll in den nächsten Tagen entschieden werden.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Seuchenherd Liberia

    Aus Rundschau vom 15.10.2014

    Im westafrikanischen Land sind bereits Tausende an Ebola erkrankt. Die Rundschau-Reportage zeigt den verzweifelten Kampf gegen die Ausbreitung des Virus, das immer mehr auch die Wirtschaft Liberias zerfrisst: Leere Märkte, geschlossene Schulen und Spitäler ohne Personal. Die Helfer sind im Dauereinsatz, doch sie stossen an ihre Grenzen, denn die Hilfe der Weltengemeinschaft kommt zögerlich und oft zu spät.