Nigeria: Viele Tote bei Zusammenstössen

Bei interreligiösen Spannungen sind in Nigeria zahlreiche Menschen ums Leben gekommen, mehrere wurden verletzt. Inzwischen hat sich die Lage wieder beruhigt. Allerdings bleibt die Situation im Norden des Landes zwischen Muslimen und Christen weiter angespannt.

Bei Zusammenstössen zwischen Christen und Muslimen sind in Nigeria mindestens 39 Menschen ums Leben gekommen. Zudem seien im zentralen Bundesstaat Taraba 30 Menschen schwer verletzt worden, teilte die Polizei mit.

Dutzende Häuser wurden angezündet und zerstört. Ausserdem seien im Zuge der Ausschreitungen in der Stadt Wukari 32 Häuser zerstört worden. Bewohnern zufolge könnte die Zahl der Toten weiter steigen.

40 Verdächtige seien festgenommen worden, sagte der Polizeisprecher. Wegen des Gewaltausbruchs verhängten die Behörden in Wukari eine 24stündige Ausgangssperre. Zusätzlich stationierte Soldaten sollten zu einer Beruhigung der Lage beitragen.

Mindestens 3000 Tote seit 2009

Die interreligiösen Spannungen hatten seit Februar zugenommen. Damals war ein Streit zwischen einer muslimischen und einer christlichen Fussballmannschaft um einen Trainingsplatz in Ausschreitungen mit mehreren Todesopfern eskaliert.

Zudem tobt im Norden und im Zentrum Nigerias seit Jahren ein blutiger Konflikt zwischen Sicherheitskräften und der islamistischen Organisation Boko Haram.

Die Sekte kämpft im mehrheitlich muslimischen Norden des Landes mit Gewalt für einen islamischen Staat. Bei Gefechten und Anschlägen auf Kirchen, Armee- und Regierungseinrichtungen wurden seit 2009 mindestens 3000 Menschen getötet.