Nigeria will Schwule und Lesben ins Gefängnis stecken

Nigeria sperrt sich gegen die Gleichstellung homosexueller Paare im Westen. Schwule oder Lesben, die in dem westafrikanischen Staat heiraten oder öffentlich Zärtlichkeiten austauschen, drohen drakonische Strafen.

Nigerias Parlament beschliesst Haftstrafe für Schwule und Lesben.

Bildlegende: Das nigerianische Parlament will Homosexuelle bestrafen. Reuters/Archiv

Immer mehr westliche Länder stellen homosexuelle Paare heterosexuellen gleich. Nicht so Nigeria. Mit einem neuen Gesetz setzt es einen Kontrapunkt. «Wer seine Liebesbeziehung zu einem Menschen des gleichen Geschlechts direkt oder indirekt öffentlich zeigt», soll mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden. Schwule und Lesben, die heiraten, müssen sogar bis zu 14 Jahre ins Gefängnis.

Das Unterhaus des nigerianischen Parlaments hat ein entsprechendes Gesetz einstimmig verabschiedet. Eine ähnliche Vorlage hatte bereits der Senat beschlossen. Präsident Goodluck Jonathan muss sie noch ratifizieren.

Das Gesetzesvorhaben sei in erster Linie eine Show, sagt Menschenrechtsanwalt Jiti Ogunye. Bisher hätten gleichgeschlechtliche Paare in Nigeria noch nie versucht zu heiraten. Den Abgeordneten gehe es offenbar nur darum, den westlichen Ländern die Stirn zu bieten. Denn diese setzten die anderen Länder immer stärker unter Druck. So erklärte etwa Premier David Cameron, Grossbritannien würde Staaten nicht mehr unterstützen, die Homosexuelle diskriminieren.

In Nigeria haben es Schwule und Lesben schwer. Anfeindungen sind an der Tagesordnung. Die Gesellschaft ist stark religiös – die eine Hälfte sind Christen, die andere Muslime.

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Resolution für die Rechte Homosexueller

2:19 min, aus Tagesschau vom 18.6.2011