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International Noch mehr Zivilisten sterben bei Kämpfen in Donezk

In Donezk sind bei Kämpfen zwischen der ukrainischen Armee und den Separatisten drei Menschen ums Leben gekommen. Gefechte gibt es offenbar auch in der Nähe der russischen Grenze.

Eine Frau läuft neben einem zerstörten Haus vorbei
Legende: Kaputte Häuser und tote Zivilisten: Der Kampf zwischen der ukrainischen Armee und den Separatisten geht weiter. Keystone

Bei schweren Gefechten zwischen Armee und Separatisten sind in der ukrainischen Grossstadt Donezk mindestens drei Zivilisten getötet worden. Fünf weitere wurden verletzt. Auch auf dem Gelände eines Krankenhauses sowie einer Kirche seien Artilleriegeschosse eingeschlagen, teilten die Behörden mit. Donezk im Osten des Landes gilt als Separatistenhochburg und ist von Regierungseinheiten eingekreist.

In der 130 Kilometer nordöstlich gelegenen Grossstadt Lugansk waren weiter Hunderttausende Einwohner als Folge der Kämpfe ohne Stromversorgung. Die Lage sei «katastrophal», teilten die Behörden mit. Vor Lastwagen, von denen aus Brot verteilt werde, bildeten sich lange Schlangen.

Kämpfe in der Nähe der russischen Grenze

Seit Beginn der «Anti-Terror-Operation» der Armee im April seien allein im Gebiet Lugansk rund 1500 Menschen ums Leben gekommen, sagte Bürgermeisterin Irina Werigina. Die Opferzahlen in dem Konflikt gelten aber nicht als gesichert.

Die prorussischen Separatisten berichteten über schwere Kämpfe nahe der russischen Grenze. Stellungen der Regierungstruppen seien mit Granaten und Raketen beschossen worden, hiess es.

Gleichzeitig hat die ukrainische Regierung die Waffenruhe rund um das Absturzgebiet des malaysischen Verkehrsflugzeugs in der Ostukraine ausgesetzt. Sie sei so lange ausser Kraft, bis die internationale Untersuchungskommission ihre Arbeit wieder aufnehme, hiess es in einer Mitteilung der Regierung.

Experten können nicht arbeiten

Einen Tag zuvor hatte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte erklärt, die Arbeit der 70 Experten aus den Niederlanden, Australien und Malaysia zu unterbrechen. Wegen der anhaltenden Kämpfe in der Region sei es zu gefährlich.

Die Niederlande leiten die internationale Untersuchung, die meisten der 298 Opfer stammen von dort. Das Expertenteam soll klären, ob die Maschine abgeschossen wurde. Flug MH17 der Malaysia Airlines war am 17. Juli abgestürzt. Die Mitglieder der Untersuchungskommission waren erstmals vor einer Woche zu der Absturzstelle gelangt. Zuvor mussten sie immer wieder an Kontrollpunkten der Rebellen umkehren.

Rücktritt

Am Donnerstag hat der Chef des Sicherheitsrates in Kiew, Andrej Parubij, seinen Rücktritt eingereicht. Präsident Petro Poroschenko nahm Parubijs Gesuch an. Zuvor hatte es Spekulationen über Unstimmigkeiten zwischen Poroschenko und Parubij gegeben. Die Armee soll bei Kämpfen mit den Separatisten grössere Verluste erlitten haben als zugegeben.

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39 Kommentare

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  • Kommentar von Marc Hofer, Birsfelden
    Die Wahrheit ist und bleibt, dass der Separatistenführer nach dem Abschuss geprahlt hat, dass sie ein ukrainisches Transport-Flugzeug vom Militär abgeschossen haben.Als sich dies, kurze Zeit später, als Irrtum herausstellte war auf einmal von diesem Führer nichts mehr zu hören und auch das Kurzvideo war,schwupps, nicht mehr auf Youtube.Die Wahrheit ist, dass diese russisch. Separatisten das ukrainische Volk als Schutzschilde missbrauchen und dieses Volk von diesen TerrorTypen die Nase voll hat.
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    1. Antwort von W. Helfer, Zürich
      M.H. Augenzeugen haben ein Flugzeug vom Himmel fallen gesehen und es so interpretiert. Nicht mehr und nicht weniger. Was aber noch nicht erwiesen ist, ist, dass die Separatisten überhaupt die Möglichkeit hatten, ein Flugzeug in dieser Höhe abzuschiessen. Und das grosse Schweigen über die Flugdaten u den Satelliten-Bilder sprechen nicht gerade für Beweise gegen die Separatisten od. gegen RU. Sonst hätten wir es schon Lauthals gehört.
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    2. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      W.Helfer, einer der Separatistenführer hat ja der Agentur Reuters gegenüber geplaudert. Natürlich wurde nachträglich versucht, alles unter den Teppich zu kehren, genau so, wie auch das von M.Hofer erwähnte Video schnell wieder gelöscht war. Nach US-Informationen wurde das Geschoss von Separatistengebiet aus abgefeuert, und es ist unwahrscheinlich, dass die UA-Armee so etwas dorthin transportiert, auf die Gefahr hin, es zu verlieren. Warum nehmen Sie diese Banden so eifrig in Schutz?
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    3. Antwort von W. Helfer, Zürich
      F.B. Ich nehme Niemanden in Schutz. Ich verurteile lediglich Niemanden auf Grund von Behauptungen. Und betr. Ihrer Behauptung, dass die Absturzstelle u Zugänge nur in Separatisten Händen sei, empfehle Ihnen die Interviews von A. Hug. Z.B. bei Stern od. N24 zu lesen. Vielleicht wird's ja mal nicht zensuriert.
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  • Kommentar von S. Meier, Adliswil
    Dass Herr Rutte keine Durchsetzungskraft gegen Kiew hat ist schon erstaunlich. Es ist schon ein Trauerspiel, wie man die Angehörigen der Opfer des Flugzeugabschusses verhöhnt. Wenn die Regierung der Niederlande so wenig Einfluss auf ihre EU-Kumpane hat, dass sie nicht einmal im Interesse der Wahrheitsfindung für die unschuldigen Frauen, Männer und Kinder, durchsetzen können, sollten die Niederländer ernsthaft darüber nachdenken, was sie in dieser "Wertegemeinschaft" verloren haben.
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    1. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Zur Erinnerung: Das Absturzgelände ist seit jeher in den Händen der Separatisten, und die Experten bleiben bei ihren meist erfolglosen Versuchen, dorthin zu gelangen, jeweils an separatistischen Strassensperren hängen. Die Niederlande sind fest in EU und NATO verankert und werden sich nicht von einer Handvoll Propagandisten beirren lassen!
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    2. Antwort von N.Belg, Luzern
      Experten haben selber gesagt, das Separatisten helfen dorthin zu gelangen, unmöglich war wegen der UA, die diese Stelle abschiessen.
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    3. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Ja, N.Belg, man wollte "gutes Wetter" machen.... Aber ein paar diplomatische Floskeln ändern nichts an den von mir erwähnten Tatsachen!
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    4. Antwort von A. Schulze, Paderborn
      Herr Buchmann, Sie sollten ihre Tatsachen besser nochmal überprüfen. Das Absturzgebiet war in den Händen der Separatisten. Die Untersuchung wurde begonnen, die Sepas haben kooperiert. Bis die Regierungstruppen ihre Offensive ausgedehnten haben und dieses Gebiet nun stark umkäpft ist. Vermutlich damit die Sepas die Beweise nicht verfälschen ;)
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    5. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Wissen Sie, A.Schulze, wir waren beide nicht vor Ort, und die Situation ist sehr unübersichtlich. Das ist genau das Problem: Bei einem "normalen" Flugzeugabsturz ist das betroffene Land zuständig, in diesem Fall war und ist alles viel komplizierter. So kooperativ, wie Sie das darstellen, waren die Separatisten nie, sonst hätte es nicht so lange gebraucht, bis die Leichen geborgen und repatriiert werden konnten.
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  • Kommentar von Roger Stahn, Fraubrunnen
    Die ukrainische Regierung setzt die Waffenruhe um das Absturzgebiet aus, bis die int. Untersuchungskommission ihre Arbeit wieder aufnehmen und Mark Rutte erklärt, dass die Experten nicht arbeiten können, wegen der anhaltenden Kämpfe in der Region. Hierbei handelt es sich um einen 'klassischen' Zirkelschluss.
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