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International «Nordkorea akzeptieren, wie es ist»

Trotz Machtdemonstration gegen aussen: Die Stimmung in Nordkorea ist allgemein offener geworden, findet Katharina Zellweger. Sie hat fünf Jahre in Pjöngjang gelebt. Vor einer Eskalation fürchtet sie sich nicht, eher vor Fehlinterpretationen.

Mit markigen Worten hält der junge Diktator Nordkoreas die Welt in Atem. Trotzdem findet die ehemalige Leiterin des Schweizer Büros für Entwicklungszusammenarbeit, Katharina Zellweger, dass sich die Stimmung in der Bevölkerung etwas entspannt habe. Es gebe mehr Mobiltelefone und die Frauen seien modischer gekleidet, sagt sie. Sie hat das Land letzten Herbst wieder bereist. «Man hat etwas mehr Lebensfreude und Hoffnung gespürt.»

In den letzten Jahren hat sich sehr viel in Nordkorea verändert, sagt Zellweger. Es gibt einen Markt für Güter, es ist mehr Geld im Umlauf und es bilde sich eine Mittelklasse heran. Im Vergleich zu 1995 sei dies ein sehr grosser Unterschied.

Verbale Latte hoch

Die internationale Situation mit Nordkorea sei nicht neu, sagt Katharina Zellweger. «Allerdings ist die verbale Latte diesmal sehr hoch gesteckt.» Sie glaubt nicht, dass man ernsthaft eine Eskalation fürchten muss. Mehr Angst hat sie vor Falscheinschätzungen oder Fehlern, oder davor, dass eine Mücke zu einem Elefanten gemacht wird. Falsche Interpretationen können allerdings auf beiden Seiten passieren. Ein Krieg wolle niemand in Nordkorea.

Nordkoreas Dikatotor betrachtete die Welt mit einem Feldstecher.
Legende: Kim Jong-Un Der Diktator behält die internationale Gemeinschaft und im Auge. Reuters/Archiv

Die Position des jungen Führers im Land werde durch das starke Auftreten gegen aussen verstärkt, meint Zellweger. Kim Jong-Un führt anders als sein Vater. Er ist mehr präsent, er zeigt sich mit seiner Frau, er hält Reden und er hat dem Volk verbesserte Lebensbedingungen versprochen.

Der internationalen Gemeinschaft bleibt laut Zellweger nur ein pragmatischer Ansatz. «Man muss Nordkorea so akzeptieren, wie es ist, nicht so, wie man es gerne hätte.»

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7 Kommentare

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  • Kommentar von jean passant, thun
    Einige Mobiles, etwas Mode, hoppla aus einer Menschenrechte verachtenden Diktatur wird eine zu akzeptiernde zukunftsgerichtete Nation. Es gab immer Despoten, die sich mit ihrer Partnerin zeigte. Einer davon interessierte sich für Architektur, Literatur, segelte gerne, malte leidenschaftlich, war eine "grosser Führer", hätte man ihn gewähren lassen sollen? In Steuerstreiten darf man ruhig etwas hart, sein, wenn es um atomare Bedrohung geht, dann bitte recht freundlich nicken und akzeptieren.
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  • Kommentar von Rafael Anhorn, Zürich
    Ich verstehe nicht ganz, warum wir in der heutigen Zeit dem letzten Stalin-Bollwerk überhaupt noch respektvoll entgegentreten? Absolut unverständlich, genauso wie der zunehmends ausgedehnte Sozialismus in Europa.
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  • Kommentar von Rafael Bähler, Cashibo, Peru
    Mit einem Atomangriff zu drohen ist keine Mücke sondern ein Elefant....
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