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International Nordkorea droht und feiert – mit System

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat in Pjöngjang das Mausoleum besucht, in dem seine einbalsamierten Vorgänger liegen. Der Anlass: Der 101. Geburtstag von Grossvater Kim Il Sung. Und das inmitten grösster internationaler Spannungen. Ob da ein Zusammenhang besteht?

Legende: Video Der «Tag der Sonne» in Nordkorea abspielen. Laufzeit 1:22 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 15.04.2013.

Kim Il Sung ist seit mehr als 18 Jahren tot. Für die Staatspropaganda spielt das nur eine unwesentliche Rolle. Er wird nach wie vor als «ewiger Präsident» verehrt. Von Rechts wegen steht Kim Il Sung dem Staat immer noch vor. Heute wäre er 101. Jahre alt geworden.

Im «Kumususan-Palast der Sonne» in Pjöngjang liegt seit Dezember 2011 auch Kim Jong Il, seines Zeichens «Ewiger Vorsitzender des Nationalen Verteidigungskomitees» Nordkoreas und Vater von Machthaber Kim Jong Un.

Kim Il Sung und Kim Jong Il, Statuen in Pjöngjang.
Legende: Pomp und Prunk für Kim Il Sung (links) und Kim Jong Il in Pjöngjang. Keystone

Kim Jong Un habe seinen Vorgängern im Mausoleum Respekt gezollt, hiess es. Der etwa 30 Jahre alte Kim wurde von Vertretern von Partei, Militär und Regierung begleitet. Ungeachtet der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel finden zu Ehren Kim Il Sungs bereits seit einigen Tagen Versammlungen und andere Festlichkeiten statt. Es war der erste öffentliche Auftritt seit dem 1. April.

«Das ist Taktik»

Seit letzter Woche hat Nordkorea die Kriegspropaganda verschärft. Das Land hat Südkorea und den USA den Krieg erklärt.

SRF-Korrespondentin Barbara Lüthi sagt: «Es ist sehr gut möglich, dass die Kriegserklärung mit den Feierlichkeiten im Zusammenhang steht.» Ähnliche Muster habe man bereits in der Vergangenheit gesehen. So seien Raketentests immer im Vorfeld von wichtigen Jahrestagen durchgeführt worden. «Es ist schon fast eine Tradition, dass man Machtdemonstrationen an wichtige Feiern knüpft.»

SRF-Asienkorrespondentin Lüthi geht davon aus: Kim Jong Un will die Internationale Gemeinschaft mit seinen Drohungen verunsichern. «Die Kriegsrethorik ist Taktik», sagt sie. «Kim rechnet damit, dass er im Falle von Gesprächen, mehr Forderungen stellen kann.»

Klar ist: Die nordkoreanische Führung ist nach den Drohungen der vergangenen Tage gezwungen, etwas zu tun. «Ob es in Richtung Verhandlungen gehen wird, ist nicht klar», sagt Lüthi.

Zankapfel Kaesong-Industriekomplex

Am Sonntag hatte Pjöngjang einen Vorschlag Südkoreas zurückgewiesen. Er zielte auf eine Normalisierung der Situation im gemeinsamen Industriekomplex Kaesong ab. Dieser liegt in der grenznahen nordkoreanischen Stadt Kaesong und wurde von beiden Ländern gemeinsam betrieben. Die Produktion steht dort seit dem vergangenen Dienstag still.

«In Südkorea reagiert die Bevölkerung gelassen auf die Kriegsrethorik aus dem Norden», sagt Lüthi. Viele seien allerdings der Ansicht, dass das Verhalten der nordkoreanischen Regierung der Wirtschaft und der Tourismus-Industrie schade. Dies treffe insbesondere auf den Kaesong-Park zu.

«Ein Unternehmer, der vor einigen Jahren seine ganze Jeans-Produktion von China in den Industriepark verlegte, klagte mir sein Leid. Er verliere täglich, Geld, Kunden und Lieferanten», sagt Lüthi. Der Unternehmer sei wütend – sowohl auf Nordkorea als auch auf Südkorea. Die südkoreanische Regierung müsse alles unternehmen, damit der Park wieder geöffnet werde. Sie hatte den Unternehmern damals versichert, der Park sei eine sichere Investion. «Die Schliessung des Kaesong-Parks ist etwas, das die südkoreanischen Unternehmer betrifft.» Vor einem Kriegsausbruch scheint sich die Bevölkerung weniger zu fürchten.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Keller, Gotha
    ...gekreuzigt, gestorben begraben......wie geht es weiter? Viel Spaß beim googlen! Wenn Sie wissen worüber Sie schreiben wäre es schön, diese Diskussion weiter zu führen. Wenn dann Ihrerseits noch Bedarf besteht! Also, ZUERST geistig bewaffnen und DANN ins Gefecht! Umgekehrt ist schlecht....
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Danke für Ihre Worte, Herr Keller. Es tut immer gut zu wissen, dass man nicht allein dasteht. Da wir beide die "kanaanitische" Sprache zu verstehen scheinen, weiss ich, was Sie mit den Perlen meinen. - Um beim Blog-Thema zu bleiben: Wir werden es noch erleben, dass auch in Nordkorea bald ein zweites 1989 kommt. Dann wird es einen ähnlichen Boom geben wie heute vor allem in Albanien, dann wird Gott einst verlorenes Gebiet wieder zurückholen - und wie! Schon jetzt gibt es Anzeichen.
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    2. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Juha Stump u. Thomas Keller: Sie stehen nicht allein da. Der Kommentar v. O. Würz ist widerlich. Möglicherweise sollte man O. Würz einmal ins Stammbuch den Ausspruch von Friederich dem Grossen ins Stammbuch schreiben: Jeder soll nach seiner Façon seelig werden. Oder den Auspruch des franz. Königs: Paris ist eine Messe wert. D.h. auch über den eigenen Schatten springen und Toleranz üben.....
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  • Kommentar von Thomas Keller, Gotha
    Herr Würz, wenn Sie solche Kommentare abgeben und damit logischerweise anderen auf die Füße treten, dann ist das Mindeste was man von Ihnen erwarten kann, dass Sie zumindest ETWAS von dem verstehen, was Sie da schreiben. Ansonsten besser einfach die Finger stillhalten! In diesem speziellen Fall eine kleine Hilfe zum "Totenkult um Jesus Christus" so umschreiben Sie es ja im Grunde! KEIN CHRIST egal welcher Konfession sieht einen toten Mann als Leitfigur!!! Und hier die versprochene Hilfe...
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  • Kommentar von Thomas Keller, Gotha
    Das stimmt! Sicherlich fällt die Antwort auf die Frage, wer die ersten Tage der Schöpfungsgeschichte geschrieben hat schwer.... Die Bibel musste allerdings etliche Kulturkreise durchlaufen, verschiedenste Gruppierungen gerecht werden und und und Es reicht ja nur ein biblischer Urahne des Herrn Würz, um durch totale Ahnungslosigkeit alles durcheinander zu bringen....Spaß beiseite!
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