Zum Inhalt springen

International Nordkorea erklärt den «Kriegszustand» mit Südkorea

Nordkorea heizt die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel weiter an. Das Militär wartet auf Angriffsbefehle von Machthaber Kim Jong Un.

Legende: Video Nordkoreas Raketen in Bereitschaft abspielen. Laufzeit 01:50 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.03.2013.

Nordkorea ist nach eigenen Angaben in den «Kriegszustand» mit Südkorea eingetreten. Alle Angelegenheiten zwischen den beiden Ländern würden nach dem  Kriegsprotokoll behandelt, hiess es in einer offiziellen Erklärung des kommunistischen Landes.  Von einem Angriffsbefehlt wurde zunächst nichts bekannt. Das Militär warte auf Befehle von Machthaber Kim Jong Un.

Dieser hatte am Freitag den Befehl erteilt, die Raketen des Landes für Angriffe gegen die USA und Südkorea zu rüsten. Dies als Reaktion auf die Entsendung von US-Tarnkappenbombern nach Südkorea. Angesichts «der gegenwärtigen Lage ist die Zeit gekommen, um Rechnungen mit den US-Imperialisten zu begleichen», zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Staatschef Kim Jong Un.

Scud-Raketen und Tarnkappenbomber

Das international nahezu vollständig isolierte und mit umfassenden Sanktionen belegte Land verfügt über sowjetische Scud-Kurzstreckenraketen, die das benachbarte Südkorea erreichen könnten, aber auch über bisher ungetestete Mittelstrecken-Geschosse. Nordkorea hat US-Stützpunkte in Hawaii und Guam als mögliche Ziele genannt.

Kim Jong Un vor wenigen Tagen.
Legende: Kim Jong Un: Laut staatlicher Bildagentur vor wenigen Tagen an einer Militärinspektion. Keystone

China, der einzige mächtige Verbündete Nordkoreas, rief in der angeheizten Stimmung zum Dialog auf. Zum Einsatz der beiden US-Bomber vom Typ B-2 Spirit äusserte sich Aussenministeriumssprecher Hong Lei nicht.

Am Donnerstag haben die USA zwei Tarnkappenbomber bei einem gemeinsamen Manöver mit Südkorea zum Einsatz gebracht. Diese flogen dafür aus den USA zur südlichen Halbinsel und zurück. Seit dem Korea-Krieg sind beide Staaten Verbündete. Sie betonen, die gemeinsamen Militärübungen dienten der Verteidigung.

US-Militär steht bereit

Den Flügen der B-2-Maschinen waren erneute Kriegsdrohungen des Nordens vorangegangen. Nordkorea hatte den USA jüngst mit einem atomaren Erstschlag und dem Angriff von Militärstützpunkten im Pazifik gedroht.

Erst im Februar hatte das Regime in Pjöngjang einen dritten Atomwaffentest durchgeführt und später das Waffenstillstandsabkommen mit dem Süden für nichtig erklärt, das den Korea-Krieg von 1950 bis 1953 beendete.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel forderte am Donnerstag dazu auf, die Drohungen Nordkoreas ernst zu nehmen. Das US-Militär sei bereit, auf «alle Eventualitäten» auf der Halbinsel zu reagieren.

Warnungen aus Moskau

Angesichts der Spannungen in der koreanischen Halbinsel warnte Russland vor «militärischen Muskelspielen». Die Lage könne ausser Kontrolle geraten, sagte Moskaus Aussenminister Sergej Lawrow der Agentur Interfax zufolge. Mit Sorge sehe Russland die militärischen Handlungen in der Region. «Das führt zu einem Teufelskreis», sagte Lawrow.
 
Die Spannungen dürften nicht dazu genutzt werden, geopolitische Fragen in der Region mit Kriegsmitteln zu lösen. Die Anstrengungen müssten sich vielmehr auf einen Dialog richten, forderte Lawrow. Nordkorea hat eine gemeinsame Grenze mit Russland.

Normalität im gemeinsamen Industriekomplex

Trotz der Spannungen liess Nordkorea unterdessen auch am Freitag weiter Hunderte Pendler aus Südkorea ein- und ausreisen. Tag für Tag kommen Südkoreaner zum Arbeiten in den gemeinsamen Industriekomplex in der Grenzstadt Kaesong.
 
Beobachter vermuten, Nordkorea habe bisher den Betrieb in dem Gewerbekomplex aufrechterhalten, weil er eine wichtige Deviseneinnahmequelle sei.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

44 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von A. Schweigler, ZH
    @ Franz @Harald Ja das befürchte ich auch wenn er Krieg sucht dan könnte das durchaus ein Atomschlag werden den dan wird er nichts mehr zu verlieren haben. Ich denke das weis er auch .Und danach nützen auch noch so viele Soldaten nichts mehr.Hoffen wir das es beim Pralen und Säbelrasseln bleibt. Solange re nur Stärke zeigen muss im Inland. Das hat er hoffentlich nicht in der Schweizer Schule gelrnt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von A. Schweigler, zh
    Nach dem ersten Furz wird er mit untergehen. Die Spinnen die Nordkoreaner.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      Ein paar Fakten: jeder 20. Einw. ist Angehöriger der Streitkr. 1.2 Mio aktive u. 4.7 Mio Reserv. Ausgaben 5 Mia. US$ pro Jahr. (25% des BIP) Aktive Div: 40, u. 40 Brig. davon 20 Brig. Luftlande- und Marineinf. Reserven 23 Div. u. 6 Brig. Ausrüstung veraltet u. man wird kaum diese Bestände noch lange aufrecht erhalten , da Ersatzteillieferungen aus Russland zum grossen Teil ausbleiben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von A. Schweigler, ZH
      Harald Girschweiler das mag ja alles stimmen nur ist die Wahre Mensch im Ferngesteuertem Maschienenkrieg ganz schnell weg .( zu anfällig und unzuverlässig, schlecht planbar ) Da ist Masse nicht Klasse ,sondern Technik Hay -Tek entschedend wichtiger und efizienter.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @A. Schweiger: Wenn Sie sich nur nicht irren! Oder ist Afganistan oder früher auch schon Vietnam nicht ein genügend warnendes Beispiel? Wenn dann allenfalls der Krieg ausartet, wären die Folgen katastrophal. Im Uebrigen glaube ich nicht, dass Nordkorea mehr als nur Nadelstiche plant. Auch wenn es noch ein paar Tote oder zerstörte Patroullien-Boote mehr gibt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Na, wenn der erste Furz eine Atombombe ist... soo leicht ist es nicht, wenn ein wildes Tier in die Ecke gedraengt wird.. bei Menschen und Nationen ist es DRAMATISCH! Und den Nordkoreanern traue ich es zu... den Start eines Mordens der weit ueber unsere Vorstellungen geht!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Adrian Flükiger, Bern
    Am besten gefallen mir immer die Typen im Hintergrund mit ihren Notizbüchlein, wenn einer der oberschlauen Staatsanführer doziert... echt Spitze! Eines ist klar, wenn der Norden seine Truppe in Bewegung setzt, "de geits de strub zu u her". Die haben ausser ihrem Leben rein gar nichts zu verlieren, aber jede Menge zu gewinnen. Vielleicht wäre deshalb ein vorbeugender Erstschlag des Südens gegen die Regiemespitze Nord das kleinere Übel - die B2 Bomber sind ja schon dort: kurz und feste drauf...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von hans peter, nicht wichtig
      herr flükiger, ich weiss es ist nur ein kleines detail, aber die b2 sind nie in korea gelandet, aus div. gründen landen die b2 nie im ausland, sondern sie starten in den usa und landen auch wieder da. zwischendurch werden sie luftbetankt. ich wünsche ihnen noch frohe ostern.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen