Nordkorea kappt Militär-Hotline zum Süden

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel verschärfen sich. Jetzt trennt Pjöngjang auch eine wichtige militärische Telefonleitung.

Kim Jong Un mit Militärs in einem Unterstand unter einem Tarnnetz.

Bildlegende: Die Nordkoreanische Führung um Kim Jong Un dreht weiter an der Eskalations-Schraube. Reuters

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel nehmen zu. Nach seinen Angriffsdrohungen in den vergangenen Wochen kappte Nordkorea eine wichtige militärische Telefonleitung nach Südkorea. Das Land protestiert auf diese Weise gegen südkoreanisch-amerikanische Truppenmanöver. Vor mehr als zwei Wochen hatte Nordkorea bereits eine Rot-Kreuz-Leitung gekappt.

Über die sogenannte militärische Leitung an der Westküste wurde bisher der Pendelverkehr für den gemeinsamen Industriekomplex in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong geregelt. Inwieweit die Leitungstrennung den Pendelverkehr treffe, müsse bis zum nächsten Morgen abgewartet werden, sagte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul.

Die Verbindungen zwischen den Streitkräften beider Länder würden getrennt und die Aktivitäten des Verbindungsbüros an der Westküste ab sofort eingestellt, hiess es laut den nordkoreanischen Staatsmedien in einer Mitteilung des Delegationsleiters für die Militärgespräche mit Südkorea. Er unterstellte den USA und Südkorea erneut, durch ihre Militärübungen einen Atomkrieg vorzubereiten. Seit dem nordkoreanischen Atomtest im Februar ist die Lage auf der koreanischen Halbinsel äusserst angespannt.