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International Nordkorea predigt Abrüstung und plant Atomtests

Kürzlich liess Machthaber Kim Jong Un die Kernwaffen seines Landes in Alarmbereitschaft versetzen. Auch für einen atomaren Präventivschlag. Nun rudert der Machthaber zurück und propagiert das Ende nuklearer Aufrüstung in der Welt. Experten beobachten derweil Vorbereitungen für einen neuen Atomtest.

Legende: Video Kim Jong-un zu nuklearen Waffen abspielen. Laufzeit 01:23 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.05.2016.

Nordkorea wird nach den Worten von Staatschef Kim Jong Un Atomwaffen nur dann einsetzen, wenn seine Souveränität durch andere Staaten mit solchen Waffen verletzt werden sollte.

Sein Land werde die Verpflichtung zur Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen erfüllen, sagte er beim Kongress der regierenden Arbeiterpartei in der Hauptstadt Pjöngjang.

Ende der nuklearen Aufrüstung

Ziel sei ein Ende der nuklearen Aufrüstung in der Welt, sagte Kim nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag. Der Machthaber äusserte zudem die Bereitschaft, die Beziehungen auch zu den Staaten zu normalisieren, die sich seinem Land feindselig gegenüber verhalten hätten.

Legende: Video Einschätzung von Nordkorea-Experte Rüdiger Frank abspielen. Laufzeit 01:21 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.05.2016.

Vor wenigen Wochen hatte Kim noch erklärt, dass die Lage auf der geteilten koreanischen Halbinsel so gefährlich geworden sei, dass sein Land die militärische Strategie hin zu einem «Präventivschlag» ändern müsse.

Das abgeschottete Nordkorea hatte im Vorfeld des Kongresses mehrmals Raketen und andere Waffensysteme getestet. Einige dieser Tests scheiterten.

Erst im März verschärften die Vereinten Nationen ihre Sanktionen gegen Nordkorea, nachdem der Staat einen vierten Atomwaffentest ausgeführt hatte.

«Nukleartest in naher Zukunft»

Nach Einschätzung Südkoreas ist das Nachbarland technisch in der Lage, seine Drohung mit neuen Atomversuchen jederzeit wahr zu machen. Diese Einschätzung wird von Experten des US-Korea-Instituts an der Johns-Hopkins-Universität (SAIS) bestärkt.

Jüngste Aufnahmen von Satelliten hätten gezeigt, dass Nordkorea «sich vermutlich auf einen Nukleartest in naher Zukunft vorbereitet», heisst es auf der SAIS-Webseite.

Es seien Fahrzeuge beobachtet worden, die als «Kommandozentrum» dienen könnten. Diese Vehikel seien in der Vergangenheit nur dann zu sehen gewesen, wenn ein Test vorbereitet worden sei.

Atomtest geplant?

Satellitenaufnahmen, die das SAIS-Institut jetzt veröffentlicht hat, zeigen nach Angaben der Experten deutliche Hinweise auf einen möglichen Atomtest Nordkoreas in naher Zukunft.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Adrian Flükiger (Ädu)
    Na, da ist mal wieder ein prächtiger Kongress (viel Geklatsche, viel Schreibbüez) und der Kim gibt sich "versöhnlich" - Klasse Giel. Nur über den Weg trauen kann man ihm nicht. Wäre aber noch eine heroische Aufgabe für die letzten Monate von Obama, es nach dem Fidel auch mit diesem abgehalfterten Chefe zu versuchen!
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Klar, Kim Jong-un unterdrückt sein Volk. Er macht Raketentests - also gehört er zu der "Achse des Bösen". Zudem sagte der nordkoreanische Führer, er möchte Frieden schliessen mit seinen Nachbarn. Das fehlt im vorliegenden Bericht. NB wurden in Nevada letzte Sommer US-Nukleartests durchgeführt. Mit 20 neuen Atomraketen, die zusammen die 80-fache Sprengkraft der Hiroschima-Bombe haben, sollen nun die deutschen Tornados auf dem Militärbasis "Büchel" aufgerüstet werden. Das wurde kaum kommuniziert.
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    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Für mich in der Schweiz sind die Atomraketen in Deutschland (neue folgen ab 2017 - in die DEUTSCHEN KAMPFFLUGZEUGE), verbunden mit der horrenden Aufrüstung in Deutschland und Osteuropa und den vielen Nato-Manövern in und atomar bestückte Kriegsschiffe um Europa herum viel bedrohlicher als Kims Atomwaffen.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Staatschef Nordkoreas sei der Kim Jong Un! Wenn ein solcher wichtiger Mann wie ein Erstklässler vor all den Delegierten im grossen Saal über eine Stunde lang seine gesamte Rede ablesen muss und praktisch nie den Kopf zu seinen "Getreuen" erhebt, habe ich als einfacher Staatsbürger keine Achtung vor solchen "Möchtegern-Weltkönigen"! Bei uns können sehr viele "gewöhnliche" Kantons- oder Bundespolitiker ihre Voten frei und mit Blick auf die Zuhörer abgeben (vorallem die am meist gehassten!)
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Herr Bolliger 3 Stunden mit gesenktem Kopf....Meisterleistung!
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    2. Antwort von Adrian Flükiger (Ädu)
      @Bolliger: Wäre noch zu klären, wer der oder die Erstklässler sind. Das Non-Stopp Geplapper ist das eine - das Mitschreiben gehört dazu, er muss sie also gar nicht anschauen, sonst machen sie noch Fehler beim mitschreiben -:)... Anschauen: so was geht also gar nicht -:)! Hier würde man ihm zu Recht davonlaufen!
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