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International Nordkorea reizt Weltmächte

Deutschland, Russland und China rufen Nordkorea zur Vernunft auf. Auch der UNO-Generalsekretär mahnt das kommunistische Regime, neue Provokationen zu unterlassen. Zuletzt hatten Gerüchte über einen bevorstehenden Atomtest Nordkoreas die Runde gemacht.

Legende: Video Lage in Nordkorea bleibt angespannt abspielen. Laufzeit 1:26 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 08.04.2013.

Ein weiterer Atomtest wäre eine Verletzung von UNO-Resolutionen, sagte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon. Nordkorea könne «so nicht weitermachen, indem es die Autorität des Sicherheitsrats und der gesamten internationalen Gemeinschaft herausfordert.» Ihm seien die Berichte über mögliche Vorbereitungen auf einen neuen Test bekannt. Über spezielle eigene Informationen verfüge er jedoch nicht.

Satellitenaufnahme
Legende: Auf Nordkoreas Testgelände für Kernwaffen glaubten Experten neue Vorbereitungen für einen Atomversuch erkannt zu haben. Reuters/Archiv

Entwarnung aus Südkorea

Südkorea wies Vermutungen allerdings zurück, ein erneuter Atomtest des Nordens stehe unmittelbar bevor. Bei den nahe der Testgelände registrierten Bewegungen von Personal und Fahrzeugen handele es sich um Routine, erklärte das Verteidigungsministerium. In einem Zeitungsbericht war von Aktivitäten in der Nähe des Testgeländes Punggye Ri berichtet worden, die denen vor dem Atomtest im Februar ähnlich seien.

Auch Russlands Präsident Wladimir Putin und Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel haben Nordkorea zur Mässigung aufgerufen. «Wir waren uns sehr einig, dass die internationale Staatengemeinschaft beruhigend einwirken, aber auch deutlich machen muss, dass Nordkorea die Provokationen einstellt», sagte Merkel an einer gemeinsamen Pressekonferenz in Hannover.

Russland lobt die USA

Putin lobte die US-Regierung dafür, dass sie den Test einer ballistischen Rakete zunächst verschoben hat, um keine neuen Spannungen auszulösen. Russland sei wegen der Spannungen in der Nachbarregion besonders besorgt und für eine Demilitarisierung der ganzen koreanischen Halbinsel. Wenn wirklich ein Atomkrieg stattfinde, seien die Folgen schrecklich: «Dann könnte Tschernobyl wie ein Kindermärchen erscheinen», sagte er mit Blick auf die Katastrophe in dem Atomkraftwerk.

China gilt als Freund Nordkoreas. Doch auch Peking erhöht mittlerweile den Druck auf Pjöngjang. Indirekt kritisierte Staats- und Parteichef Xi Jinping den störrischen Nachbarn, ohne ihn aber beim Namen zu nennen: «Niemandem darf erlaubt werden, eine Region oder sogar die ganze Welt für selbstsüchtige Zwecke ins Chaos zu stürzen», sagte der Präsident.

«Schlüssel liegt bei den USA»

Angesichts der Eskalation rief Xi Jinping zur Zurückhaltung und zum Dialog auf. Alle Länder sollten zur Wahrung des Friedens beitragen – «egal, ob gross oder klein, stark oder schwach, reich oder arm».

Einen Ausweg aus der Krise sieht China vor allem in direkten Gesprächen zwischen den USA und Nordkorea, wie ein ranghoher chinesischer Aussenpolitiker in Peking sagte. «Um die Probleme an der Wurzel zu packen, müssen die USA den Dialog mit Nordkorea führen.» Alle blickten immer auf China, doch liege der Schlüssel vielmehr bei den USA.

Pjöngjang zieht Arbeiter aus Kaesong ab

Unterdessen will Nordkorea den Betrieb im innerkoreanischen Industriepark in Kaesong an der Grenze zu Südkorea offenbar einstellen. Alle nordkoreanischen Arbeiter in dem Gewerbekomplex in der nordkoreanischen Stadt sollen abgezogen werden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.

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