Trump warnt Kim erneut «Nordkorea sollte sehr, sehr nervös sein»

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Un vs. Trump: Die Abwehrsysteme sind bereit

4:46 min, aus 10vor10 vom 11.8.2017

  • US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea erneut gewarnt, nachdem Pjöngjang damit gedroht hatte, die US-Pazifikinsel Guam mit Raketen anzugreifen.
  • «Wir bereiten uns auf eine Menge verschiedener Optionen vor», sagte Trump.
  • Er verwies erneut darauf, dass das US-Atomwaffenarsenal in einem guten Zustand sei.

Was hat Trump gesagt? Der US-Präsident rückt nicht von seiner umstrittenen «Feuer und Wut»-Drohung an die Adresse Nordkoreas ab – im Gegenteil. Möglicherweise sei sie sogar nicht scharf genug gewesen, sagte er am Donnerstag in seinem Urlaubsdomizil in Bedminster (New Jersey). Es sei an der Zeit gewesen, dass jemand für die Amerikaner und die Menschen anderer Nationen aufstehe. Auf die Frage, ob er an einen sogenannten Präventivschlag denke, antwortete Trump: «Darüber reden wir nicht. Ich mache das nie.»

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Studiogespräch mit SRF-Korrespondent Pascal Nufer

1:53 min, aus 10vor10 vom 11.8.2017

«Wenn er etwas in Guam unternimmt, dann wird es ein Ereignis sein, wie es noch niemand zuvor gesehen hat, was in Nordkorea passiert», sagte Trump an die Adresse des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-Un. Und: Nordkorea sollte sehr, sehr nervös sein, sagte er weiter. Trump kritisierte auch seine Amtsvorgänger: Diese seien mit Nordkorea zu nachlässig gewesen.

«  Wenn er etwas in Guam unternimmt, dann wird es ein Ereignis sein, wie es noch niemand zuvor gesehen hat, was in Nordkorea passiert »

Donald Trump
US-Präsident

Das US-amerikanische Atomwaffenarsenal sei in bestem Zustand. Allerdings sei er immer noch offen für Verhandlungen, sagte Trump weiter.

Wie kommt Trumps Rhetorik in den USA an? Die scharfe Rhetorik Trumps ist in den USA umstritten. Kritiker wie der republikanische Aussenpolitik-Experte John McCain sagen, es sei gefährlich, Rote Linien zu ziehen und sich damit selbst unter Zugzwang zu setzen. Die Sprecherin des US-Aussenministeriums, Heather Nauert, betonte, die US-Politik des wirtschaftlichen Drucks sei durchaus erfolgversprechend. Sie forderte, kein Land soll mehr Gastarbeiter aus Nordkorea aufnehmen - das von ihnen verdiente Geld fliesse nicht in die Familien, sondern in Rüstungsprogramme der Regierung.

Rex Tillerson

Bildlegende: Nach Donald Trumps Drohungen gegen Nordkorea bemüht sich US-Aussenminister Rex Tillerson um Entspannung. Reuters

Was wollen seine Berater? Mehrere enge Berater von Trump wählen ebenfalls den kämpferischen Ton ihres Vorgesetzten – auch in zahlreichen Fernseh- und Radiointerviews. Aussenminister Rex Tillerson und Verteidigungsminister Jim Mattis hingegen setzen weiterhin auf eine diplomatische Lösung. Sie betonen jedoch auch, dass es militärische Pläne und Antworten auf die Provokationen Nordkoreas gebe.

Was sagt das Ausland? Die deutsche Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen warf Nordkorea völkerrechtswidriges Verhalten vor und zeigte Verständnis für Trump. Internationale Kommentatoren sehen eher taktische Manöver hinter den verbalen Attacken. An den Börsen sorgte die Krise weiter für Unsicherheit.

Darf Trump einen Krieg selbst entscheiden? Klar ist, dass Donald Trump für einen nuklearen Erstschlag keine Erlaubnis durch den Kongress braucht. In diesem Fall würde er sich nur mit Verteidigungsminister Mattis, dem Stabschef im Weissen Haus, John Kelly, dem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs, General Josph Dunford, und dem nationalen Sicherheitsberater, General Leutnant Herbert Raymond McMaster, kurzschliessen.

Die Vorgeschichte

  • Nordkorea hatte trotz Verboten des UN-Sicherheitsrats und Warnungen aus dem Ausland am 28. Juli eine Interkontinentalrakete getestet.
  • Diese hatte nach Berechnungen von Experten eine theoretische Reichweite von rund 10'000 Kilometern.
  • Nordkoreas Staatschef Kim sagte nach dem Test, das Festland der USA sei jetzt in Reichweite.
  • Als Reaktion auf den Raketentest verhängte der Uno-Sicherheitsrat die bislang schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea.