Neuer Raketentest Nordkorea tut es wieder

Kim in weissem Hemd, durch die Wolken bricht eine startende Rakete.

Bildlegende: Archivfoto: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un beobachtet einen Raketenstart. Keystone Archiv

  • Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs erneut eine ballistische Rakete getestet.
  • Die Rakete startete demnach von einem Gelände in der Region Kusong nordwestlich von Pjöngjang und flog rund 700 Kilometer weit aufs Meer hinaus.
  • Erst vor zwei Wochen hatte Nordkorea eine Rakete getestet, die aber wenige Minuten nach dem Start explodierte.
  • Der neuste Raketentest provoziert harsche Reaktionen, unter anderem aus den USA.

Südkoreas neuer Präsident Moon Jae In habe wegen des neuen Raketentests den nationalen Sicherheitsrat einberufen, teilte das Präsidialamt in Seoul mit. Es war der erste nordkoreanische Raketenstart seit der Wahl Moons am 9. Mai.

Dieser hatte während des Wahlkampfs erklärt, an die aktive Annäherungspolitik zu Nordkorea unter den früheren liberalen Präsidenten anknüpfen zu wollen. Er hatte das Nachbarland aber auch vor weiteren Provokationen gewarnt.

Möglicherweise ein neuer Raketentyp

Nach Angaben der japanischen Regierung testete Pjöngjang möglicherweise einen neuen Raketentyp. Die Rakete habe eine Höhe von mehr als 2000 Kilometern erreicht, sagte Verteidigungsministerin Tomomi Inada in Tokio. Schliesslich sei sie rund 400 Kilometer vor der Ostküste Nordkoreas ins Meer gestürzt. Das US-Militär teilte mit, es habe sich dabei nicht um eine Interkontinental-Rakete gehandelt.

Brenzlige Situation

Die Lage in der Region ist nach zwei Atomversuchen und zahlreichen Raketentests durch Nordkorea seit dem vergangenen Jahr sehr angespannt. US-Präsident Donald Trump drohte mehrfach mit Alleingängen im Konflikt mit der kommunistischen Führung in Pjöngjang. Auch schloss er einen Militärschlag nicht aus.

Als Demonstration der Stärke hatten die USA Ende April zum zweiten Mal in diesem Jahr den Flugzeugträger «USS Carl Vinsson» in Gewässer nahe der koreanische Halbinsel geschickt.

Nordkorea arbeitet trotz internationaler Sanktionen an ballistischen Raketen, die auch einen atomaren Sprengkopf bis in die USA tragen können. Experten warnen davor, dass es in der aufgeheizten Situation zu Missverständnissen kommen könnte, die einen militärischen Konflikt auslösen könnten.

Harsche Worte aus Washington

Washington droht nach dem neusten Raketentest Pjöngjangs mit einer Verschärfung der Sanktionen gegen das kommunistische Land. Diese letzte Provokation solle allen Nationen als Aufforderung dienen, «viel stärkere Sanktionen gegen Nordkorea in Kraft zu setzen», teilte das Weisse Haus mit. Nordkorea sei viel zu lange eine offenkundige Bedrohung gewesen. Die USA stünden weiter zu ihrer unangreifbaren Zusage, den Verbündeten Japan und Südkorea beizustehen.