«Norman Atlantic»: Fast alle Schweizer in Sicherheit

14 Menschen aus der Schweiz befanden sich auf der Unglücksfähre in der Adria. Bis auf einen sind alle in Sicherheit – ein Fall wird noch untersucht. Zwei Schweizer sind bereits auf dem Rückweg.

Menschen und Rettungskräfte warten am Hafen von Brindisi

Bildlegende: Warten auf die Angehörigen: Im Hafen von Brindisi kommen 200 Passagiere mit dem Rettungsschiff «San Giorgio» an. Keystone

Auf der verunglückten Adria-Fähre «Norman Atlantic» befanden sich sieben Schweizer Staatsangehörige und sieben in der Schweiz wohnhafte Personen. Fast alle befinden sich inzwischen in Sicherheit, teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA mit.

In einem Fall sei noch eine Untersuchung in Gang. Mit allen Personen dieser Gruppe oder deren Familienangehörigen ist das EDA in Kontakt. Es betreut die Betroffenen im Rahmen des konsularischen Schutzes und unterstützt sie bei der Weiterreise. Zwei Personen sind bereits auf dem Rückweg in die Schweiz.

Empfang durch Italienisches Rotes Kreuz

Zwei Vertreterinnen der Schweizer Botschaft in Rom waren in Brindisi im Einsatz. Sie werden den Passagieren aus der Schweiz bei der Ankunft des Rettungsschiffes San Giorgo Unterstützung anbieten. Die Gruppe wird nach ihrer Ankunft vom Italienischen Roten Kreuz in Empfang genommen.

Die Schweizer Gruppe hatte Glück. Denn generell spielt sich bei der Ermittlung der Opfer ein unwürdiges Hin und Her ab. Keiner weiss, wie viele Menschen genau an Bord waren.

Bisher wurden elf leblose Passagiere geborgen. Zudem starben zwei albanische Einsatzkräfte beim Abschleppversuch der Fähre, weil ein Tau gerissen war. In dem Wrack der «Norman Atlantic» seien wahrscheinlich noch mehr Opfer, sagte der italienische Staatsanwalt Guiseppe Volpe, der mit den Ermittlungen beauftragt ist.

Rettungsschiff kommt in Brindisi an

Im süditalienischen Brindisi kam das Marineschiff «San Giorgio» nach mehreren Verzögerungen mit rund 200 überlebenden Menschen an. Im Hafen war eine Krankenstation aufgebaut. Staatsanwalt Volpe nannte die Zahl von 179 Menschen, von denen man keine Informationen hätte. Es handele sich vermutlich um Gerettete, die in Schiffen nach Griechenland kamen.

Das Schiffswrack der «Norman Atlantic» wurde beschlagnahmt und soll nach Brindisi geschleppt werden.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Blinde Passagiere an Bord der Unglücksfähre

    Aus Tagesschau vom 30.12.2014

    Nach dem Fährunglück in der Adria sind viele Fragen offen. Die Passagierliste ist ungenau, die Opferzahl ungewiss. Ebenfalls unklar ist die Brandursache. Blinde Passagiere an Bord des Unglücksschiffes könnten dazu führen, dass die Opferzahl noch einmal steigt.

  • Fährunglück in der Adria fordert mindestens acht Tote

    Aus Tagesschau vom 29.12.2014

    Der Brand auf der griechischen Autofähre "Norman Atlantic" hat mehr Todesopfer gefordert, als bisher angenommen. Acht Menschen kamen ums Leben. Inzwischen konnten alle Passagiere - auch zehn Schweizer - vom Schiff gerettet werden. Es war eine Rettungsaktion unter äusserst schwierigen Umständen. Aus Süditalien meldet sich live SRF--Korrespondent Philipp Zahn.

  • Die brennende Fähre Norman Atlantiv in Seenot im adriatischen Meer.

    Dramatische Rettungsaktion in der Adria

    Aus Echo der Zeit vom 28.12.2014

    Dramatische Stunden auf einer Fähre in der Adria. 467 Personen harrten auf einem brennenden Schiff aus. Die Rettungsaktion wird durch einen schweren Sturm behindert.

    Rolf Pellegrini