Zum Inhalt springen

International Norwegen gedenkt der Opfer von Oslo und Utøya

Am 22. Juli 2011 tötete der Norweger Massenmörder Anders Behring Breivik 77 Menschen in Oslo und auf der Insel Utøya. Norwegen gedenkt der Opfer der Terroranschläge – unter anderem mit einer umstrittenen Ausstellung.

Legende: Video «Die umstrittene Ausstellung in Oslo (unkomm.)» abspielen. Laufzeit 0:52 Minuten.
Vom 22.07.2015.

Am vierten Jahrestag der Attentate von Oslo und Utøya haben die Menschen an die Opfer der Terroranschläge erinnert. «Sie werden nicht vergessen, wir erinnern uns in Liebe an sie», sagte Ministerpräsidentin Erna Solberg in Oslo. Dort begannen die Gedenkfeiern mit einer Schweigeminute. Am späten Nachmittag gedachten die Familien ihrer Toten auf der Insel Utøya.

Ausserdem öffnet in einem Pavillon im Regierungsviertel eine Ausstellung zu den Anschlägen. Das Informationszentrum solle «das Wissen verbreiten, wie wir Hass, Gewalt und Terrorismus vorbeugen», sagte Solberg vor rund 200 Anwesenden. Die Ausstellung befindet sich dort, wo die Bombe des Attentäters Anders Behring Breivik seinerzeit 8 Menschen in den Tod gerissen hat. Nicht alle Angehörigen der Opfer begrüssen diese Art der Aufarbeitung.

Breivik ist kein Thema

Laut SRF-Nordeuropa-Mitarbeiter Bruno Kaufmann stellen sich Teile dieser Angehörigen gegen die Ausstellungsidee der Regierung. Sie befürchten die Entstehung einer rechtsnationalistischen Gedenkstätte für den Attentäter.

Kaufmann glaubt nicht an diese Gefahr. Die Art der Ausstellung tauge nicht als Projektionsfläche für rechtsradikale Subjekte. «Da sind historische Videos, Bilder oder auch das Auto zu sehen, das Breivik für das Attentat benutzte», erklärt Kaufmann. Bei der Ausstellung stehe also die Tat im Mittelpunkt und nicht der Täter. «Insofern ist es keine Gedenkstätte für Breivik, sondern eine Chronik des Schreckens.»

Anders Behring Breivik hatte am 22. Juli 2011 in Oslo und auf Utøya insgesamt 77 Menschen getötet. Darunter waren viele Kinder und Jugendliche, die ein Ferienlager der Arbeiterpartei auf der Insel besucht hatten. Der Tag werde immer ein dunkler Tag in der norwegischen Geschichte bleiben, sagte Solberg. Breivik wurde später zu 21 Jahren Haft mit anschliessender Sicherheitsverwahrung verurteilt.

4 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Thom Germann, Luzern
    Die Norweger stehen wohl immer noch unter Schock. Anders ist es kaum zu erklären, warum das Volk genau die Rechtspopulisten in die Regierung gewählt haben, deren rechtsnationales Gedankengut Parteimitglied Breivik nicht unerheblich beeinflusst haben dürfte.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Björn Christen, Bern
      Tja, die Mehrheit der Norweger hat - Breivik hin oder her - kapiert, dass die endlose kulturfremde Masseneinwanderung, wie sie von die Sozialisten forciert wurde (und wird), auf die Dauer nicht gut ist für ihre Gesellschaft. Dementsprechend haben sie eine konservative Regierung gewählt, die diesem 'bunten' Treiben verstärkt einen Riegel schiebt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Christa Wüstner, Reinach
      Dazu kommen noch die Erfahrungen aus dem Weltkrieg, wo sie unter der deutschen Besatzung enorm gelitten haben. Ein grosser Teil der Männer war über Jahre im Widerstand. Ich finde, sie sollen den Weg gehen, den sie für richtig halten. Das sie eine so konservative Regierung gewählt haben Geht uns eigentlich nichts an.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Michael Meier, St. Gallen
    .. viel schlimmer und unverständlicher statt der Ausstellung ist, dass Breivik in Oslo noch Politik studieren möchte und gar zugelassen wird!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen