NSU-Prozess auf der Kippe

Die mutmassliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat ihren Verteidigern überraschend das Vertrauen entzogen. Der Fortgang des Prozesses gegen die Hauptangeklagte der Terroristenzelle NSU ist alles andere als sicher.

Porträt von Beate Zschäpe.

Bildlegende: Steht Kalkül hinter dem Vorgehen der mutmasslichen Rechtsterroristin? Keystone

Beate Zschäpe misstraut offenbar ihren Pflichtverteidigern. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa soll sich Zschäpe mit ihren Verteidigern über ihr Aussageverhalten uneins sein. Offenbar will sie sich Fragen des Gerichts stellen.

Sie hat sich einem Beamten offenbart, der das Gericht über ihre Erklärung informierte. Die Vernehmung eines Zeugen wurde darauf abgebrochen. Auch der für Donnerstag anberaumte Verhandlungstermin entfällt.

Das Gericht will nun prüfen, ob die Gründe Zschäpes stichhaltig sind. Ausserdem müssen ihre Anwälte Stellung nehmen. Zschäpes Verteidiger sind vom Gericht bestellte Pflichtverteidiger. Sie kann sie nicht auf eigenen Wunsch entlassen.

Falls ihre Verteidiger entpflichtet werden, müssten neue Anwälte engagiert werden. Die aber bräuchten ausreichend Zeit, um sich in die Akten einzulesen. Länger als 30 Tage darf die Verhandlung aber nicht unterbrochen werden. Das Verfahren würde sonst platzen.