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International NSU-Prozess: Heer, Sturm und Stahl bleiben Verteidiger

Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe hat kein Vertrauen in ihre Anwälte – muss sich aber weiterhin von diesen verteidigen lassen.

Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm im Porträt.
Legende: In der Vertrauenskrise: Anwälte Wolfgang Heer (links), Wolfgang Stahl und Anja Sturm. Keystone

Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe wollte sich im NSU-Prozess von drei Verteidigern trennen. Mit ihrem Ansinnen ist sie nun gescheitert – bereits zum dritten Mal. Auch eine Strafanzeige gegen die Pflichtverteidiger Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm wegen einer angeblichen Verletzung der anwaltlichen Verschwiegenheitspflicht verlief im Sande. Die Staatsanwaltschaft München sah kein strafbares Verhalten und lehnte Ermittlungen ab.

Zschäpe wird mittlerweile noch von einem vierten Anwalt, Mathias Grasel, vertreten. Die Krise zwischen ihr und den drei anderen Verteidigern hatte sich in den vergangenen Wochen und Monaten immer weiter zugespitzt.

Zschäpe muss sich als Mittäterin für sämtliche Taten verantworten, die die Anklage dem «Nationalsozialistischen Untergrund» vorwirft. Darunter sind zehn überwiegend rassistisch motivierte Morde.

9 Kommentare

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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Es ist doch völlig irrelevant, wie die Verteidiger heissen. Wichtig wäre das Verhalten der Exekutive (Polizei, Verfassungsschutz etc.) während der Zeit der Mordanschläge zu debattieren und öffentlich zu machen. Zu Urteilung von Zschäpe und ihrer Kollegen lenkt nur vom Hauptproblem der Einstellung gewisser Kräfte des Staates ab. DE war lange Zeit bewusst blind gegenüber rechtem Terror. Darüber zu diskutieren wäre viel interessanter.
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    1. Antwort von Marcel Chauvet, Neustadt
      Drum wird ja dieser kostspielige Prozess penibel durchgeführt. Sicher ist es auch Ihrer Aufmerksamkeit entgangen, dass sich der Deutsche Bundestag und mehrere deutsche Landtage in NSU-Untersuchungsausschüssen mit diesem Fall befassen, bzw. befasst haben. In einem Rechtsstaat reicht eben bloßer Verdacht für eine Verurteilung nicht aus. Schon mal was von" in dubio pro reo" gehört?
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    2. Antwort von C. Szabo, Thal
      @M. Chauvet: Wenn man wirklich tief in diese Materie eindringen würde, kämen unangenehme Wahrheiten während des Kalten Krieges zum Vorschein. Das ist nicht im Interesse keiner Siegermächte. Themen wie Rattenlinie, Gladio, Lateinamerika etc. etc. müssten aufgearbeitet werden. Die Geschichte des rechten Terrors hat eine lange Geschichte mit wenig erfreulichen internationalen Verwicklungen. Daran sind einige mächtige Staaten sicherlich nicht interessiert.
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  • Kommentar von Pankraz Mai, SG
    "Heer, Sturm und Stahl" - Zufällig drei Namen, die mich aber grausam an die braune Zeit erinnern! Die unbescholtenen betroffenen Personen bitte ich Entschuldigung.
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    1. Antwort von Patrik Schaub, Zunzgen
      Ja, das ist mir schon länger aufgefallen. In einem NS-Prozess, gleich drei zueinander passende martialisch klingende Namen. Als ob Hollywood das Drehbuch dazu geschrieben hätte. Ist natürlich Zufall, aber ein riesiger.
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  • Kommentar von Renate Doppler, oberforf 7 4108 Witterswil
    Drei Verteidiger...ich nimm mal an Frau Tschäpe übernimmt die Kosten!... Ich könnte mir knapp Einen leisten!!
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