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International Nummer 2 der Al-Kaida offenbar tot

Osama bin Ladens früherer Sekretär ist offenbar bei einem Drohnenangriff in Jemen getötet worden. Nasser al-Wahischi führte den aus US-Sicht gefährlichsten Al-Kaida-Ableger. Er soll den Auftrag zum Terroranschlag auf die Redaktion von «Charlie Hebdo» in Paris gegeben haben.

Wahischi mit weissem Turban und weissem Hemd vor weissem Hintergrund mit Kalaschnikow.
Legende: Von US-Drohne getötet: Nasser al-Wahischi. Keystone

Die Nummer zwei des Terrornetzwerks Al-Kaida ist in Jemen offenbar getötet worden. Nasser al-Wahischi sei schon am Freitag bei einem Angriff durch eine US-Drohne in Mukalla im Südosten des Landes ums Leben gekommen. Dies meldet die Deutsche Presse-Agentur und beruft sich dabei auf örtliche Quellen, die Al-Kaida nahestehen.

10 Millionen Dollar Kopfgeld

Auch jemenitische und US-Medien berichteten vom Tod des Stellvertreters von Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri. Die US-Armee hat in den vergangenen Jahren in dem Land Dutzende Drohneneinsätze geflogen. Zu einem Angriff auf Al-Wahischi äusserte sich das Pentagon bislang allerdings nicht. Auch die Extremisten gaben noch keine Stellungnahme ab.

Al-Wahischi stand auf der US-Liste der meistgesuchten Terroristen, auf seinen Kopf hatten die USA 10 Millionen Dollar ausgesetzt. Aus Sicht der Regierung in Washington ist Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel AQAP der gefährlichste Al-Kaida-Ableger. AQAP gilt unter anderem als Drahtzieher des Anschlags auf die französische Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» im Januar 2015. Die Gruppe nutzt das unruhige Jemen als Rückzugsgebiet.

Laut dem US-Sender CNN veröffentlichten AQAP-Unterstützer auf Twitter ebenfalls MItteilungen vom Tod Al-Wahischis. Den Tweets zufolge soll ihm Kassim al-Rimi, der AQAP-Militärchef, an der Spitze der Extremisten nachfolgen. Er ist auch bekannt als Abu Hureira al-Sanaani.

Seite an Seite mit bin Laden

Al-Wahischi, auch Abu Baschir genannt, stammt aus der Provinz Abjan in Südjemen. In den 1990er-Jahren hatte er in Afghanistan den inzwischen getöteten Al-Kaida-Chef Osama bin Laden kennengelernt. Später wurde er dessen Privatsekretär.

In der Schlacht um die Bergfestung Tora Bora kämpfte Al-Wahischi an der Seite Bin Ladens. Beide entwischten dort 2001 den US-Truppen. Nach seiner Rückkehr aus Afghanistan sperrten ihn die Behörden in Jemen in ein Hochsicherheitsgefängnis in der Hauptstadt Sanaa. Von dort aus baute er dort ein Al-Kaida-Netzwerk auf. Nach seiner Flucht aus der Haftanstalt 2006 rückte Al-Wahischi im Jahr darauf an die Spitze von Al-Kaida in Jemen.

Angriff in Libyen

Angriff in Libyen

Ist Al-Wahischi wirklich tot, wäre dies der zweite grosse Schlag der USA gegen den internationalen Terrorismus binnen weniger Tage: In Libyen sollen US-Flugzeuge am Wochenende Mokhtar Belmokhtar einen weiteren weltweit berüchtigten Islamisten getötet haben. Die libysche Dschihad-Gruppe Ansar al-Scharia bestreitet dies aber bisher.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Andrea Müller, Zürich
    Also wenn das so läuft wie bisher, dann hat eine Drohne einen Ort angegriffen an dem eine SIM-Karte, die er mal hatte, sich gerade aufhielt, und auch noch 50 Zivilisten, die auch mit drauf gingen.
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  • Kommentar von Peter Meier, basel
    und Nummer 3, 4, 5, 6 etc. ? Das ist ein Fass ohne Boden, solches religiös fanatisches Gedankengut lässt sich nicht wegbomben. Abriegeln, abwarten und ein paar Jahrzehnte abwarten wäre vielleicht die nachhaltigere Lösung.
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  • Kommentar von Jonas Blatter, bern
    Einmal mehr gute Arbeit der US Streitkräfte. Es scheint, dass sie jeden Rappen ihres Budgets wert sind. Weiter so! All die Kritiker auf diesem Blog sollen nur schreiben was das Zeug hält, die Amerikaner aber schalten derweilen ein Terrorist nach dem anderen aus. Besten Dank an die US Geheimdienste, Air Force und Spezialeinheiten.
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    1. Antwort von Fredi tobler, Zurigo
      Terroristen welche sie selber erschaffen haben.In Afghanistan und im Iran, welches sie mit Hilfe eines Diktators unterdrückten, als das Volk aufstand um sich hinter einen religiösen Führer(komeni) zu stellen, unterstützte die USA Saddam im Irak, als der nach 8jahren entschloss den Krieg zu beenden wurde er über Nacht vom bollwerk gegen das Böse zum neuen Hitler. Den Feind aufrüsten und ausbilden um die eigenen Kriegskosten möglichst hoch zu halten, das Prinzip der amerikanischen Militär-Lobby.
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    2. Antwort von E. Jenni, Ottikon
      @Tobler: Bitte hören sie auf solche Halbwahrheiten zu verbreiten! Nur weil andere Schreiberlinge hier diese Meinung vertreten, ist sie noch lange nicht richtig! Schauen sie, wenn man so argumentiert,kann man auch die Taten der NS-Diktatur rechtfertigen.Ich finde dies höchst problematisch,denn solche Konflikte entwickeln immer eine gewisse Eigendynamik, die man nicht mehr gut beeinflussen kann. Nur den USA die Hauptschuld zu geben, greift immer zu kurz,den versch. Akteure haben versch. Interessen
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    3. Antwort von P.Fetz, Zürich
      Ich muss zu 100% Hr.Tobler recht geben da die Geschichte so ist, sie liegen total falsch Hr. Jenni!
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    4. Antwort von Sascha Stalder, Oberdiessbach
      Na und das Kuwait überfallen wurde haben wohl auch die Amis eingefädelt und auf dem Mond waren sie auch nie usw. usf..... Die Amis haben ja schon Dreck am Stecken, aber alles kann und sollte man ihnen nicht in die Schuhe schieben.
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    5. Antwort von E. Jenni, Ottikon
      @Fetz: Und sie wissen wie die Geschichte so ist, weil Hr. Tobler es so sagt? Eine dürftige Argumentation, welche eigentlich nichts aussagt. Wenn sie die Terroristen unterstützen ist das ihre Sache, aber nur die USA als Schuldigen hinzustellen, zeigt keine grosse Kenntnis der Geschichte in Nahost.
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