Nun sollen die Arbeitslosen für Olympia ran

Russlands Olympia-Verantwortliche sind in Zeitnot. Jetzt sollen Arbeitslose helfen, damit im Februar alles steht.

Noch sind es gut drei Monate bis zu den Olympischen Winterspielen in Russland. Und es gibt noch viel zu tun bis dahin. So viel, dass sich gar Kremlchef Wladimir Putin genötigt fühlte zu betonen, dass der Olympia-Beginn unaufschiebbar sei.

Zudem veröffentlichen Bürger im Internet immer neue Videos, Fotos und Einträge zu den bisweilen chaotischen Zuständen auf den Baustellen. Umweltschützer beklagen giftige Müllhalden. Menschenrechtler beanstanden, dass Arbeiter aus zentralasiatischen Staaten ausgebeutet werden.

7000 offene Stellen

Nun sollen es die Arbeitslosen richten. Die Verantwortlichen in Sotschi forderten sie auf, bei den Vorbereitungen und beim Ablauf zu helfen und wiesen auf die 7000 freien Stellen hin. Als Anreize versprechen sie Sozialleistungen und Fortbildungsmöglichkeiten. Ob das hilft?

So oder so: Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) will sich nun selbst ein Bild von der Lage machen. Thomas Bach reist nächste Woche nach Sotschi.

Aufwändige Spiele

Die Spiele gelten als die teuersten der Geschichte, weil fast die gesamte Infrastruktur neu errichtet wird. Sie kosten rund 37,5 Milliarden Euro. Derzeit ist eine «Armee von 100‘000 Arbeitern» im Einsatz. Dabei handelt es sich vor allem um ausländische Arbeiter, die noch vor Beginn der Spiele wieder in ihre Länder zurückgeschickt werden sollen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Bauen in Sotschi

    Aus 10vor10 vom 14.10.2013

    Es sind nur noch wenige Monate bis zu den Olympischen Winterspielen in Sotschi am Schwarzen Meer. Die Olympischen Spiele direkt am Badestrand haben einen hohen Preis. Bis zu 40 Milliarden Euro könnten sie laut Schätzungen kosten. Doch nicht nur für Putin ist der Preis hoch, auch Gastarbeiter und Menschen, die in Sotschi leben müssen Opfer bringen.

  • Sotschi – Olympia im Zeichen von Korruption und Gigantismus

    Aus sportlounge vom 25.3.2013

    Über 50 Milliarden Franken lässt es sich Präsident Putin kosten, mit den Olympischen Winterspielen der Welt ein selbstbewusstes Russland zu präsentieren. Aber unter der glänzenden Oberfläche verbergen sich Probleme wie Korruption, Gigantismus oder Umweltschäden. Wie sieht es ein Jahr vor Olympiabeginn in Sotschi aus? Was sagen russische Skifans, die mehr als 10 000 Kilometer weit gereist sind, um als Freiwillige zu helfen? Was Bürgerrechtler, die korrupte Machenschaften anprangern? Oder Umweltschützer, die nichts von «grünen Spielen in Sotschi» halten?