Nur noch wenige Schweizer in Tunesien

Während Grossbritannien Bürger auffordert, aus Tunesien abzureisen, ändert die Schweiz ihre Praxis nicht. Das Aussendepartement warnt: «Im ganzen Land besteht das Risiko von terroristischen Akten», rät aber lediglich zu «erhöhter Wachsamkeit». Die Reiseveranstalter zeigen sich trotzdem kooperativ.

Ein weiterer Anschlag nach dem Attentat von Sousse sei «hochwahrscheinlich», sagt das britische Aussenministerium. Es fordert deshalb alle britischen Bürger auf, Tunesien zu verlassen. Das Schweizer Aussendepartement EDA ist anderer Meinung. In seinem aktualisierten Reisehinweis rät es lediglich zu «erhöhter Wachsamkeit», rät aber nicht explizit von Reisen nach Tunesien ab.

Kaum noch Schweizer im Land

Die Reiseveranstalter bieten ihren Kunden trotzdem an, Tunesien-Reisen gratis zu annullieren oder umzubuchen. Dies wurde rege in Anspruch genommen.

«Früher als geplant aus Tunesien zurück gekommen ist niemand», sagt Walter Kunz, Geschäftsführer des Schweizer Reiseverbands. Aber von denen, die ihre Reise erst antreten, «haben die die allermeisten umgebucht». Die drei grössten Reiseveranstalter Kuoni, Hotelplan und TUI bestätigen dies gegenüber SRF News: In den Norden des Landes reise nur noch eine kleine Zahl Leute.

Von denen, die einen Flug nach Djerba im Süden des Landes gebucht haben, halte bei TUI die Hälfte an ihren Plänen fest. Dies obwohl das EDA schreibt «im ganzen Land besteht das Risiko von terroristischen Akten». Tunesien hat derweil 1000 zusätzliche Sicherheitskräfte an Touristenorten platziert und für 30 Tage den Ausnahmezustand verhängt.

Erste Reisewarnungen

Grossbritannien hat rund 3000 Briten dazu aufgefordert, Tunesien zu verlassen. Ein weiterer terroristischer Anschlag gegen Briten sei «hochwahrscheinlich», so das Aussenministerium. Auch Dänemark warnt vor Reisen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Ausnahmezustand in Tunesien

    Aus Tagesschau vom 4.7.2015

    Eine Woche nach dem Angriff eines radikalen Islamisten mit 38 toten Feriengästen hat die tunesische Regierung den Ausnahmezustand verhängt. Polizei und Armee bekommen künftig mehr Befugnisse, ausserdem sollen rund 80 Moscheen geschlossen werden.